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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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gehen und behaupten, daß ſich in ſeiner jetzigen Gemarkung, beziehungsweiſe in demjenigen Diſtrict, der früher zu Gießen gehörte, noch mehr Niederlaſſungen befanden, welche, theilweiſe vielleicht älter als Gießen, ſpäter damit vereinigt wurden.

In verſchiednen Urkunden wird ein Dorf in der Nähe von Gießen mit Namen Diedelshauſen(Dyduldishusen, Didulfishuſen, Dyedingshuſen, Dilshauſen) erwähnt. Es war aus einer Merenberger Urkunde bei Wenck bekannt, welche in⸗ deß ſeine Lage nicht näher kennen läßt.) Danach trug Ritter Bernhard von Göns(1323) ſein feſtes Haus, einen ſogen. Gaden(cubile meum quod vul garitur dicitur ein gaden) nebſt ſeinem Hof vor demſelben im Dorf Dyduldishusen, welche Objecte bereits vom Landgraſen von Heſſen lehnbar waren, auch dem Hartrad von Merenberg zu Lehn auf. Dieſe Lehns⸗ oblation ließ nur vermuthen, daß die Localität in einem Diſtrict zu ſuchen ſei, der zur Landgrafſchaft Heſſen gehörte, an welchen aber Merenberg mit Anſpruch bildete, alſo der wohl zum ge⸗ meinen Land an der Lahn, einem Theil der Gleiberger Erbſchaft gerechnet werden ſollte. Landau und Wagner ²) theilten darauf Weiteres aus Darmſtädter Archival⸗Acten mit. Danach be⸗ kannte Rudolph von Didulfryshuſen, Bürger zu Gießen(1323), die Güter des Kloſters Wirberg im Dorfe Didulfryshuſen in Erbleihe erhalten zu haben.3) Ferner wurden Johann Münch von Buſeck, Hartmann von Trohe und Cberhard Riedeſel 1356 von Heſſen mit 2 Huben Land zu Dydoltshuſen, die aus dem Wieſiekwald gerodet ſind, zu Mannlehen und eine Hube bei dem Dorf Dydoltshuſen gelegen zu einem Burglehen auf Gießen beliehen.4) Weiter war Adolph Rau von Holz⸗ hauſen 1466 und nach ihm ſein Mannsſtamm bis ins 16.

1) Wenck a. a. O., Thl. 3, S. 309, Anm. f.

²) Landau, Beſchreibung der wüſten Ortſchaften in Heſſen, S. 192. Wagner, Wüſtungen, Oberheſſen, S. 183, 184.

³) Darmſtädter Archiv. Wirberg 1323.

) Ziegenhainer Repertorium Lit. K,