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Aſter⸗Wegs nichts anders als eine provinzielle Form für Ach⸗ ſtädter Weg iſt.
Wo das Dorf Achſtadt gelegen hat, iſt nicht nur durch den Aſterweg angedeutet, ſondern es geht auch aus den übrigen darauf bezüglichen Stellen deutlich hervor. Wir müſſen dem Aſterweg durch die Schwarzlache über den Sand folgen und da der Sand vor Achſtadt, der Rodberg dahinter liegt, ſo iſt die Stelle, wo ſich der Weg theilt und gerade aus über den Rodberg, links nach dem Felſen um den Rodberg her führt, offenbar die Stelle, wo das Dorf ſtand. Dort kommen Quellen aus dem Rodberg, und die Lage iſt ſonnig und geſchützt und höher als die Ueberſchwemmungen der Lahn reichen; aus alter Zeit finden ſich hier noch Obſt⸗- und Grasgärten und es werden daher auch hier die„Hofſtätten im Wallpforter Feld“ geweſen ſein, welche das Contractenprotocoll vom 2. October 1571 er⸗ wähnt. Die gemeine Sage, daß das Dorf an dem(fortge⸗ ſetzten) Aſter⸗Weg gelegen geweſen ſei, ſpricht auch dafür; nur darf man nicht erwarten, daß es in der den Lahnüberſchwem⸗ mungen ausgeſetzten Niederung gebaut geweſen ſei, ſondern muß es am ſüdweſtlichen Anſteigen des Hügels ſuchen. Es iſt dies auch die Lage bei der Lahn dem Neuſtädter Feld gegen⸗ über, ſowie auch die gemeine Weide von Achſtadt ſich heute noch als der Stadt Gießen gehöriges Wieſengelände zwiſchen der Lahn und dem Wismarer⸗Weg befindet. Die Achſtädter Furth aber iſt wahrſcheinlich durch die mit der Erbauung der großen Mühle verbundene Aufſtanung der Lahn unpracticabel geworden.
Achſtadt war offenbar auch nur ein kleines Dorf; davon, daß eine Kirche oder Kapelle dageweſen wäre, findet ſich keine Spur; es gehörte wahrſcheinlich zur Pfarrei Wieſeck.
§. 9. Andere Niederlaſſungen im Bezirk von Gießen.
Wiewohl man gewöhnlich annimmt, Gießen ſei aus drei Döorfern hervorgegangen, ſo muß man doch eigentlich weiter


