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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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berichtet, es habe daſſelbe Aſtheim geheißen und da, wo jetzt die Gaſſe, der Aſterweg, ſteht, gelegen.) Nebel,²) der im Gießener Gerichtsbuch auch ein Aſterthor fand, und Schmidt ³) verſichern mit Recht, daß ſich von Aſtheim oder Aſter keine Spur findet. Wagner war von der hiſtoriſchen Bedeutung des Aſterwegs überzeugt und bringt die Grabhügel in der Nähe von Gießen, das 1820 gefundene metallene Bild und die Göttin Oſtera, von der das Oſterfeſt den Namen führt, mit Aſter in Verbindung, indem er glaubt, daß der Aſterweg wohl zu einer Stelle geführt habe(am Felſen bei der Lahn), wo das Feſt der Oſtera im Frühling gefeiert worden ſei. 4) Ihm pflichtet Noack in ſeiner Unterſuchung über Localitäten von urzeitlicher Bedeutung bei.)

Die Sache hat ſich einfach dadurch aufgeklärt, daß erweis⸗ lich bei Gießen ein Dorf lag, das zwar nicht Aſtheim oder Aſter, jedoch Achſtadt hieß, von dem das dahin gerichtete Achſtädter Thor und der dahin führende Weg im Volksmund das Achſter⸗ oder Aſter⸗Thor, beziehungsweiſe der Aſter⸗Weg den Namen erhielt.

Schon im Anfang des 9. Jahrhunderts(817) kommt in Kloſter Lorſcher Schenkungen neben Selters, Allendorf und Krofdorf ein Hachenſtadt vor, das alſo in der Gegend von Gießen geſucht werden muß. Amalrich ſchenkt dem heil. Na zarius im Lahngau fin Dorf Selters, in Krofdorf und in Hachenſtadt und Allendorf 5 Huben, 5 Manſen mit Gebäuden

¹) Die Bemühung, dieſes Aſtheim bei Gießen urkundlich nachzuweiſen, hat Winkelmann a. a. O. S. 24 ſogar verleitet, eine Schenkung an das Kloſter Fulda im Grabfeld⸗Gau, in welcher unter andern auch die Namen Wizzideg, Astheim, Sulzaha vorkommen und eine andere, die Schwarzolohe erwähnt, wegen der Aehnlichkeit mit Wiſſig, Aſter, Selters und Schwarzelache, auf die Gegend von Gießen zu beziehen!

²) Juſti a. a. O. S. 246.

³) Schmidt a. a. O. S. 237.

) Wagner, Wüſtungen, S. 179.

) Archiv f. heſſ. Geſch., Bd. 10, S. 268.