— 1410—
die drei Felder ſich in der Regel an dem Dorf berühren. Dies iſt da der Fall, wo die Kropbach, welche dem Ort ebenſo wie Krofdorf den Namen gab, ¹²) aus ihrem engen Thälchen in die Lahnebene tritt und ſich unter den Felſenkellern am Hardberg ſüdlich nach der Heuchelheimer Chauſſee und der Lahn hin wendet. Hier befinden ſich noch mehrere Gras⸗ und Obſtgärten, nach welchen, wie an der Lage der Aecker zu er⸗ ſehen, die alte Straße von der zweiten Brücke in der Heuchel⸗ heimer Chauſſee aus durch einen Hohlweg führte; hier zwiſchen der Kropbach und dem ſchützenden Hardberg, wo der Weg auf dieſen ſtieg, war auch die paſſendſte Stelle für eine Nieder⸗ laſſung. Hiermit ſtimmt auch die Beſchreibung der Lage der Hofſtätten im Zinsregiſter überein, welches ſie ſo bezeichnet: „vf den Hoiffſteden an der Landwehr zur rechten Hand wan man vber d. Stegelgen kompt.“ Die Landwehr bildete die Grenze zwiſchen der alten Gießener und Kropbacher Ge⸗ markung; der kleine Steg iſt der über die Kropbach am Weg von der Chauſſee nach der Hard, und rechts davon befinden ſich die Gärten, welche früher Hofſtätten waren und deshalb eine höhere Beed, als das übrige Land(ſtatt 4 Heller 3 alb.) zu geben hatten.
Kropbach war ſchon, ſeiner Gemarkung nach zu ſchließen,
ein kleines Dorf. Eine Kirche oder Kapelle ſcheint es niemals
beſeſſen zu haben, wenigſtens kommt davon nirgends etwas vor; es mag wohl zur Pfarrei Heuchelheim gehört haben. 8)
§. 8. Fortſetzung. Daß ein drittes Dorf in Gießen aufgegangen ſei, wurde bisher als ſehr wahrſcheinlich angenommen; hiſtoriſche Gewißheit lag aber darüber nicht vor. Winkelmann a. a. O.
¹²) Schmidt a. a. O., S. 237. ¹18) Das Diöceſan⸗Regiſter des Wetzlarer Decanats enthält Kropbach nicht.(Abicht, der Kreis Wetzlar, Thl. 3, S. 38, 44.)


