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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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von Selters neu aufgebaut worden zu ſein, jedoch etwas ent⸗ fernter von der Stelle des alten. ²²) Wahrſcheinlich waren da, wo ſpäter noch eine Ziegelhütte übrig geblieben war, links der Straße nach Butzbach am Riegelpfad, mehrere Gebäude, welche den Namen Neu⸗Selters trugen.

Das alte Selters lag in der Mulde, welche ſich vom Seltersberg und von der Straße nach Frankfurt her hinter dem großen Univerſitätsgebäude nach der Lahn herunterzieht und deren unterer Theil bei dem Eiſenbahnbau ausgefüllt wurden und jetzt vom Bahnhof bedeckt iſt. Der alte Wetzlarer Weg und der von ihm abzweigende Mittelweg mögen ſeine Gaſſen gebildet haben. Die Kirche ſtand etwas erhöht in einem bis zum Eiſenbahnbau der Pfarrei Gießen gehörigen Garten, wo bei deſſen Abtragung ihre Fundamente zum Vorſchein kamen. ²*) Bis ins 17. Jahrhundert iſt kein Gebäude davon geblieben als die Selterſer Mühle, welche am Fuß des Selters⸗ bergs an der Wieſeck lag und erſt bei Erbauung der neuen Brücke über die Wieſeck(1817) und Vertiefung des Wieſeck⸗ Betts abgebrochen wurde. Der Name, den das ſüdliche Thor der Altſtadt Gießen und die Straße, der Seltersweg von die⸗ ſem Dorfe tragen, kommt ſchon im Anfang des 14. Jahr⸗ hunderts(1314) vor ²⁴) und erhält das Andenken an daſſelbe in Gießen.

§. 7. Fortſetzung.

Das Dorf Kropbach(Crupbach) kommt erſt im 13. Jahr⸗ hundert vor. Das Kloſter Arnsburg erwarb dort und im be⸗ nachbarten Heuchelheim Güter von Konrad von Michelbach,

²²) Daſelbſt; die beedpflichtige Lage des Landes heißt nämlich:am Haule, bey dem Neuen Selters bis an die kleine Brücken, das Alt⸗Feldt.

²³) Wagner a. a. O. S. 208.

²4⁴) Senckenberg Sammlung ungedr. Schriften Thl. 4. S. 244. Copial⸗

Buch Nr. 52, extra portas qua itur versus villam Selterse juxta

viam lapidcam.