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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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Bei Selters war eine Furth über die Lahn, die Wolf⸗ furth genannt; die Gewann jenſeits der Lahn an der Ge⸗ markungsgrenze von Heuchelheim führt noch den Namen davon, wie er auch in alten Regiſtern des 16. Jahrhunderts ſchon vorkommt. Die Richtung des alten Weges von Heuchelheim nach Selters zu, deutet an, wo dieſe Furth geweſen ſein wird, die jetzt längſt nicht mehr practicabel iſt.

Selters beſaß eine Pfarrkirche, welche die Mutterkirche der Kapelle zu Gießen war. ¹²) Wagner führt drei Altäre an, welche dieſelbe beſeſſen haben ſoll, Sct. Cyriacus, Sct. Oswald und Sct. Lanrentius gewidmet.*) Daß ein Kirchenverband zwiſchen Wieſeck, zu deſſen Mark es wahrſcheinlich gehörte, und Selters je Statt gefunden, iſt nicht bekannt und dies läßt erwarten, daß Selters ſchon zur Zeit der erſten Verbrei⸗ tung des Chriſtenthums in dieſem entfernteſten Theil des Dietkircher Archidiaconats exiſtirte.

Nachdem die Stadt Gießen in der Nähe von Selters entſtanden war, zogen ſich die Bewohner des offenen Dorfs nach und nach immer mehr in die feſte Stadt; wenigſtens waren ſchon im Anfang des 14. Jahrhunderts Burgmannen und Bürger von Gießen vielfach im Beſitz von Gütern zu Selters. Philipp und Gottfried von Linden, Burgmannen zu Gießen, verpachten 1287 einen Hof in Selters an die Wittwe und den Sohn Wickards gen. von Selters. ⁴⁴) Gerlach, Sohn des Schöffen Ludwig Piſtor von Gießen erwirbt 1311 einen von Landgraf Otto zu Erblehn getragenen Hof zu Selters als Eigenthum und verkauft ihn dem Kloſter Arnsburg. ³³) Das Kloſter errichtete eine Clauſe zu Selters, zu welcher dieſe und die ihm von Kuno Halber von Kleberg vermachten freien

¹²) Schmidt a. a. O. Bd. 1. S. 237.

¹8) Wagner, Wüſtungen, Oberheſſen S. 207. Die Ouelle gibt er nicht an.

14) Baur, Arnsb. Urk. B. Nr. 210.

¹⁵) Daſ. Nr. 401. 404. und 407.