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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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weiſen. Erſt die über die Schenkungen an Klöſter errichteten Urkunden und Verzeichniſſe offenbaren ihre Exiſtenz.

§. 5. Marken der Gegend.

Die Urkunden des reichen Kloſters Lorſch(Lauresham) offenbaren uns zuerſt die gegen Ende des 8. Jahrhunderts bereits vorhandenen Ortsnamen durch Schenkungen in denſel⸗ ben.*) Es erſcheinen danach in der Gegend größere Marken, in denen ſpäter erſt verſchiedene einzelne Ortſchaften auftauchen, die durch kirchlichen Verband und Gemeinſchaft von Wald und Waide in Verbindung mit dem Hauptorte blieben, Verhält⸗ niſſe die zum großen Theil bis in die neueſte Zeit fortwirk⸗ ten. ²) Als ſolche größere Marken ſtellen ſich in unſerem Theil des durch den Pfahlgraben von der Wetterau geſchiede⸗ nen Lahngaus dar die von Göns(Gunniser marca 777, Gunnesheim 779), von Kleen(Cliwe, Cleheim 774), Linden (Lindun, Linder marca 790, 792), Girmes(Germitzer marca 771, 775), Wieſeck(Wisicher marca 777) und Buſeck (Bucheseichehe, Buchesecke.)*) Die Namen dieſer Marken deuten auf uralte Anſiedlungen), die meiſten der übrigen

¹) Es iſt auffallend, daß ſich die Freigebigkeit in dieſer Gegend ſo viel⸗ fach dem ferneren Kloſter Lorſch, ſowie denen von Fulda und Hers⸗ feld zuwandte, während das zu Ameneburg, obwohl das älteſte von Bonifacius geſtiftete, ſchon im Anfang des 12. Jahrhunderts, augen⸗ ſcheinlich aus Mangel an Mitteln, einging; vielleicht fehlte es dieſem an ſo wunderthätigen Reliquien, wie jene aufzuzeigen wußten.

²) Wenn auch jedes Dorf ſeine Geutarkung hat und daher auch marca häufig für dieſe gebraucht wird, ſo bezeichnen doch dieſe uralten Ge⸗ meinſchaften das Verhältuiß der aus der urſprünglichen Anſiedlung entſtandenen Mark, welche die jüngeren Anſiedlungen in ihrem alten Gebiet umfaßt.(Vogel, Beſchreibung von Naſſau S. 154. Schmidt, Geſchichte v. Heſſen Thl. 1. S. 183.)

3) Codex Lauresham. III. 35. Nr. 3142. II. 609. Nr. 2918 III. 259. Nr. 3747. Nr. 3170 III. 40. Nr. 246. Nr. 3160. 3717. Schannat Tradit. Fuld. p. 307. 3

4) Man kann annehmen, daß die von Flüſſen, Bächen und natürlichen