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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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trat,**) und Kirchen und Klöſter ſtiftete, zog den oberen Theil des großen Lahngaus vermöge ſeines, von der von ihm(722) gegründeten Kloſter⸗Kirche auf der Ameneburg ¹⁸) ausgehenden Einfluſſes bis nahe an Gießen(noch Wismar, Kirchherg und Buſeck) zur Diöceſe ſeines für das Heſſenland neu gebildeten Bisthums Uraburg bei Fritzlar ¹⁴⁴) und brachte dieſes nebſt den die Kirchen von Fritzlar und Ameneburg umgebenden Gebieten dem ihm vom Papſt verliehenen Erzbisthum Mainz als Mit⸗ gabe zu.*°) So konnte auf die Grenze des heſſiſchen reſp. Mainzer Bisthums geſtützt, mit der Zeit eine Scheidung des Ober⸗ und Niederlahngaus und damit des Heſſenlandes vom übrigen Franconien in unmittelbarer Nähe von Gießen ent⸗ ſtehen..

Aus jener merovingiſchen Zeit iſt in unſerer Gegend kein Alterthum erhalten, es müßte dann die Grabſtätte aus frän⸗ kiſcher, bereits chriſtlicher Zeit, welche in dem Hügel über Naunheim gefunden wurde, dazu gerechnet werden.**) Wenn dieſelbe zu der unmittelbar daran gelegenen Niederlaſſung, dem zwiſchen Wald⸗ und Nieder⸗Girmes gelegenen Naunheim gehörte, ſo ſpräche der Namen dieſer im Gegenſatz zu der alten, ſchon damals neuen Anſiedlung für eine außerordentlich ausgedehnte Kultur des Lahnthals in den älteſten Zeiten. Die meiſten Orte mögen zu jener Zeit ſchon mit ihren jetzigen Namen in ihrer urſprünglichen Form beſtanden haben, ſie ſind aber aus Mangel urkundlicher Aufzeichnungen nicht nachzu⸗

¹⁷) Die Heſſen waren ſchon vor ihm Chriſten, Bonifacius brachte ſie nur von einem angeblich irrigen zum rechten, d. h. dem Papſtthum günſtigeren Glauben:(ad fidem rectam, a qua diu aberraverant, convertit. Annal. Francorum Fuldens. ad ann. 719.)

¹16) Wenck a. a. O. S. 223, 432.

¹9) Uraburg oder Buraburg lag bei Fritzlar auf dem rechten Ufer der Eder auf einer von der Natur wohlgeſchützten Höhe, woſelbſt noch eine Kapelle ſteht; es wurde zu Gunſten Fritzlars aufgegeben.

²⁰) Dies iſt die einfachſte Erklärung, weshalb das heſſiſche Bisthum Uraburg ſo ſchnell verſchwindet.

) Archiv, Band X. S. 447.