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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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und den Deutſchen im Sumpfe bei Gießen(235 n. Chr.) ſchließen könnte. ²6) Dagegen ſprechen allerdings die Namen mancher Localitäten, z. B. der von Gundissa, der Gönsbach, der Leiche⸗

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nau, wie die Lichtenau hinter dem Rodberg bis in das 17. Jahrhundert conſtant genannt wird,*) für Kampfplätze⸗

Das Reſultat der Kämpfe war die Vertreibung der Römer aus Deutſchland diesſeits des Rheins, nachdem ſie ſich zwei Jahrhunderte(bis 230 n. Chr.) in der geſegneten Wetterau

gehalten hatten. 2s8) Spätere Einfälle der Römer erſtreckten ſich nicht über dieſe hinaus. ²⁵)

²6) Wagner, topogr. Beſchreib. Bd. 3. S. 89. Herodian Histor. lib. 7. c. 2. Wenn man dieſen Kampfplatz im Sumpf im Chattenland ſuchen müßte, würde die Gegend von Gießen wohl dazu paſſen; er war aber wahrſcheinlich in Süddeutſchland(vgl. Schmidt a. a. O. S. 28, 29). Die vielen Schädel rührten wohl vom Kirchhof des ehemaligen Siechhauſes bei Gießen her. Gund heißt Kampf(Dilthey, das Gebiet des Großherzogth. Heſſen in der Völkerwanderung, im Archiv, Bd. 6. Heft 2 No. 11 S. 193), daher Gundis⸗Aha, Kampfbach. Die Lichtenau heißt noch im Munde der Gießener Leichenau, wie in allen alten Urkunden. Das Römer⸗ loch in der Lahn kann aber weit eher von einem darin ertrunkenen Mann Namens Römer und das Katzenfeld eher von Katzen den Namen führen, als von Römern und Chatten(Nebel, Geſchichte der Univerſ. Gießen S. 4). Aus den Waldbenennungen Helfholz und Todmal(zwiſchen Königsberg und dem Dünsberg) auf einen Kampf⸗ platz zwiſchen Römern und Deutſchen zu ſchließen, iſt ebenwohl gewagt. 28) Schmidt a. a. O. S. 24. ²) Kaiſer Probus ſoll ebenſo wie Maximin ganz Germanien wieder unter römiſche Botmäßigkeit gebracht haben(277), es erſtreckte ſich jedoch die Unterwerfung offenbar nur auf den ſüdlichen Theil.(Sattler, Ge⸗ ſchichte v. Württemberg S. 304). Der letzte Einfall in die ſüdliche Wetterau war der Valentinians(371), wenigſtens ſpricht der Fund einer Münze von Magnentius, dem Gegenkaiſer von Conſtans und Conſtantius(350 353) in einem Brunnen zu Beyenheim dafür, daß die Römer, welche der Najade der Quelle Münzen zu opfern pflegten, nach dieſem noch ſoweit vorgedrungen ſind.(Archiv für heſſ. Ge⸗ ſchichte Bd. 13. S. 146.)

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