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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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Uebergangsſtelle wird ſuchen müſſen. ²¹) Innerhalb des limes war die Wetterau von den Römern vielleicht vollſtändiger als jetzt gebaut und es finden ſich dort noch vielfach die Spuren ihrer friedlichen Niederlaſſungen.*) Dieſe Grenzgegend war auch nothwendig das Terrain für die Kämpfe zwiſchen Römern und Chatten, ²*) ohne daß man jedoch gerade einen beſtimmten Zug, wie den Ueberfall des L. Pomponius über die Beute⸗ belaſteten und ſchlaftrunkenen Chatten(50 n. Chr.), hierher bei Gießen verlegen²⁵) oder aus dem Auffinden einer großen Anzahl von Schädeln beim Graben des Wiieſeckbetts(1819) auf die Wahlſtatt des ſpäteren Kampfes zwiſchen Cäſar Maximin

²²) Wenn man die Generalſtabskarte, auf welcher der Lauf des Pfahl⸗ grabens von Butzbach bis Arnsburg genau angegeben iſt, vergleicht, über⸗ zeugt man ſich, wie ſtrategiſch nothwendig wohl ein Kaſtell in dem gegen das Lahnthal am meiſten vorgeſchobenen Winkel deſſelben bei Grüningen war und daß Grüningen ſelbſt ganz die geeignete Seelle war, wo man auf der einen Seite die Wetterau bis an das Castrum von Friedberg, auf der andern das Lahnthal überblickte. Die mehrfachen alten Wälle und Gräben, der rechteckige Bau der einen Seite, die Lage neben einer Quelle, ſprechen ganz nach Ana⸗ logie anderer römiſcher Kaſtelle dafür. Um ſo auffallender iſt es, daß man weitere Beweiſe eines Aufenthalts der Römer dort noch nicht gefunden hat. Vgl. die Beſchreibung der Altenburg bei Bellersheim, einer römiſchen Villa, im Archiv Bd. 11. No. 7. S. 157. Eine ähnliche Nieder⸗ laſſung iſt im Wohnbacher Wald an der Grenze des Wölfersheimer Walds und Münzenberger Felds. ²4) Für Verſuche der Römer, das Lahnthal dauernder zu occupiren, ſpricht der vom Hunenſtein bei Gladenbach über die Alberge bei Rachels⸗ hauſen und Dernbach vorbeiziehende Grenzwall, die Heege. Auch die Heege an der Lindner Mark könnte ihrer Lage nach für ein Vorwerk der Römer gegen das Lahnthal augeſprochen werden, wenn ſie Spuren einer Befeſtigung erkennen ließe. 2⁵) Ayrmann Diss. de mont. Tauni situ verſucht dies ohne Beweiſe. Pomponius war nach Tacitus Annal. lib. 12. cap. 27 am Taunus ſtehen geblieben und hatte die Reiterei und Bundesgenoſſen die auf dem Rückmarſch von einem Streifzug begriffenen Chatten überfallen laſſen. Der Schauplatz wird daher viel richtiger in die Wetterau verlegt.(Schmidt Geſchichte v. Heſſen Bd. 1. S. 18.)

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