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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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genen Kaſtellen,*) in welche die ſolid gebauten Heerſtraßen mündeten ³⁵); nach Weſten gegen das gebirgige Terrain des hinteren Taunus, nach Oſten gegen den geſchloſſenen Wald des Vogelsberg gerichtet, war ſeine Linie zwiſchen dem Lager bei Butzbach, der Heuneburg, und dem bei Arusburg, der Altenburg, den offenen Wohnſitzen der Chatten in dem an⸗ gebauten Lahnthal und ſeinen Seitenthälern am nächſten. ²0) Hier bildete der Grenzwall(bei Grüningen) ſeinen äußerſten nordweſtlichen Winkel und war zugleich wegen ſeiner flachen Lage am leichteſten zu durchbrechen; ohne Zweifel war daher dieſer Winkel mit einem römiſchen praesidium, einem Wacht⸗ poſten geſchützt, von dem ſich noch Spuren(das Heunhaus) zeigen, ²) wiewohl man auch ein ſtärkeres Kaſtell an dieſer

121= ¹) Die jetzt in ihren Reſten kunſtgerecht aufgedeckte Saalburg liegt auf dem zum Uebergang geeigneten Sattel zwiſchen dem Feldberg und

dem Friedrichsdorfer Bergrücken und deckte zugleich das Erlenbach⸗ Thal; zwiſchen Wehrheim und Roßbach lag die Capersburg am Pfahlgraben; das Uſathal war vielleicht nur durch das ſtarke Kaſtell der Burg Friedberg, bei welchem eine römiſche Stadt lag, auf deren Trümmern die jetzige erbaut iſt(Dieffenbach Geſchichte v. Friedberg S. 11 ff.), geſchützt, wenigſtens iſt oberhalb deſſelben im Uſathal kein Grenzlager ermittelt. Ueber die Heuneburg bei Butzbach, die Alten⸗ burg bei Arnsburg, das Lager in den Mauern bei Inheiden, die römiſchen Reſte bei Echzell, ſiehen Dieffenbach im Archiv für heſſ. Geſchichte Bd. 4. Heft 1 S. 220. und Bd. 2 S. 155. Liebknecht 1. c. p. 112. 183. Dieſe drei Lager deckten die Uebergänge aus dem Lahn⸗, dem Wetter⸗ und Horloffthal. Neuerdings hat man im Ock⸗ ſtädter Wald zwiſchen der Capersburg und dem Uſathal ein kleines Kaſtell gefunden.

¹8) Dieffenbach a. a. O. S. 257 ff.

2⁰) Zwiſchen beiden Kaſtellen(in der Mitte zwiſchen Grüningen und Butzbach) dürfte an der Stelle, wo das im Mittelalter häufig genannte ausgegangene Ort Alſtadt lag, auf einem Baſalthügel vor der Gambacher Mark, wohl auch eine Römerſtätte geweſen ſein.

) Archiv für heſſ. Geſchichte Bd. 3. Heft 3 No. 13. S. 6. Der Pfahl⸗ graben hat in ſeiner ſich am weiteſten nordöſtlich erſtreckenden Biegung keinen Schutz durch ſeine natürliche Lage und mußte alſo um ſo gewiſſer hier eine weitere Befeſtigung haben. Der Pflug hat dieſe längſt geebnet, man findet aber auch Reſte römiſchen Mauerwerks.