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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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gebiet, in welchem die Waffen beider Völker ſich trafen, ¹⁴) bis die Deutſchen die Römer wieder über den Rhein geworfen hatten.

Bis in die Nähe von Gießen zog ſich die römiſche Grenz⸗

wehr(limes), der Pfahlgraben, vom Taunus herab ¹⁵) mit ſeinem Doppelwall und nach außen gezogenen Graben ¹⁰), ſeinen auf jedem höheren Punct angebrachten, manchmal doppelten Thürmen ¹⁷) und an den ſtrategiſch geeigneten Puncten gele⸗

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Während jenſeits des Pfahlgrabens in der Wetterau die Spuren römiſcher Wohnſitze ſo häufig vorkommen, iſt dieſſeits deſſelben nirgends der Beweis für ſolche zu finden. Daß der Calsmunt bei Wetzlar römiſchen Urſprungs ſei, iſt nicht glaubhaft; der Thurmbau daſelbſt iſt aus dem 12. Jahrhundert, mit Ruſtica⸗Quadern ausgeführt.

Der Pfahlgraben kommt von der Gegend von Neuwied über Ems, die Höhe des Rheingauergebirgs, um den Feldberg vor der Saalburg her, tritt in die Provinz Oberheſſen am Roßbacher Wald, bildet die Landes⸗Grenze bis gegen das Uſathal, zieht weſtlich an den Hausberg (vor dem er urſprünglich herging) zwiſchen Butzbach und Polgöns, dem Solmſiſchen Gebiet und dem Gericht Hüttenberg durch bis an die Wetter, von wo ſein Lauf nicht mehr genau zu beſtimmen iſt. (Dieffenbach a. a. O. S. 133. 153.) Bruchſtücke römiſcher Wall⸗ linien zwiſchen Lich und Nonnenrod, zwiſchen Villingen und der Horloff, jenſeits der Horloff bei Echzell und Gettenau, im Altenſtädter und Mockſtädter Wald, bei Rommelhauſen und zwiſchen Rüdigheim und Langendiebach bis zur Kinzig bei Rückingen deuten ſeinen Lauf und ſeine Verbindung mit dem den Höhen des linken Mainufers ent⸗ lang ziehenden limes an.(Dieffenbach im Archiv für heſſ. Geſchichte Bd. 5 No. XIII. S. 29, 76.) Die Lücke von der Horloff bei Graß bis zur Nidda bei Staden war durch Flüſſe und einen ſchwer zu paſſirenden, breiten Sumpf geſchützt und an ſolchen Stellen hatten die Römer keine Wälle und Pfahlzäune.

Die tömiſchen und deutſchen Verſchanzungen unterſcheiden ſich dadurch, daß bei erſteren der Wall aus dem außerhalb gegen den präſumtiven Feind gerichteten Graben nach innen, bei letzteren aus dem inneren Graben nach außen geworfen iſt; gewöhnlich war der römiſche Graben mit Palliſaden verwahrt, daher der Name Pfahlgraben ſich erhielt.

) Die Trümmer dieſer Wachtthürme ſind zwiſchen Butzbach und

Arnsburg auf jeder Anhöhe zu finden; zwiſchen Langgöns und Holz⸗ heim ſind zwei dergleichen wenige Schritte von einander.(Vgl. Archiv Bd. 2. S. 365.)