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ar. ¹⁴) Winkelmann theilt uns aus der Zeit gegen das Ende des 17. Jahrhunderts mit, daß ſich in dem Gießen umgebenden
Moraſt in vorigen Jahren ſehr tief unter der Erde ein auf Pfählen gepflaſterter Steinweg vor dem Setzer⸗ 48 thor gefunden habe! ³²) Nach Profeſſor Nebel war dies ums . Jahr 1650, als der Commandant von Gießen, Generalwacht⸗ 4 meiſter Günther von Brennhauſen, die Sümpfe vor dem Sel⸗
tersthor austrocknen ließ. Wäre dieſe auf Pfählen erbaute Steinſtraße eine neuere Anlage der Bürger von Gießen gewe⸗ ſen, ſo würde ſie gewiß auch ſpäter unterhalten und nicht tief von den Alluvionen des Wieſeckthals überdeckt worden ſein, wozu doch eine Zeit von vielen Jahrhunderten gehörte. Dieſe alte zufällig wieder aufgefundene Straße ſcheint alſo weit eher ein Werk der Römer geweſen zu ſein und mag dann ihre Entſtehung der Thätigkeit jenes von Germanicus zurück⸗
— gelaſſenen Legaten Apronius(ebenſo wie das Lager bei Nor⸗ deck, die Hünenburg) verdanken.*)
Von keinem ſpäteren Zug der Römer gegen die Chatten haben wir ſo ſpezielle Nachricht als von dieſem; es kann aber nicht zweifelhaft ſein, daß dieſelben regelmäßig in ähnlicher Weiſe ausgeführt wurden, nur mit noch geringerem Erfolg. Denn beinahe zwei Jahrhunderte hindurch war dieſe Gegend das Grenz⸗
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¹1¹) 1314 kommt ein Steinweg vor dem Seltersthor(dem alten an der Mäusburg) in Urkunden vor(curiam et ortum meum extra por- tas, quo itur versus villam Seltirse juxta viam lapideam“. Senkenberg Sammlung rarer und vnJedencre Schriften. Thl. 4. S. 244.) Z0T⸗
¹²) Joh. Juſt. Leinkelmann, Beſchreibung der Fürſtenthümer Heſſen und Hersfeld 1697. Thl. 1. S. 209.
¹) Daß Germanicus auf einem Zug vom Taunus über Butzbach und
den Hüttenberg naſſe Niederungen der Wetterau oder den Uebergang
14 über die Antreff(!) gefürchtet, oder daß Apronius am Dünsberg
gelagert habe, würde Rommel a. a. O. Anm. S. 22 nicht ver⸗
muthet haben, wenn ihm das Terrain und namentlich die deutſchen
Ringwälle des Dünsberg hinreichend bekannt geweſen wären.


