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Nach der Erzählung des Tacitus“) ging Germanicus, durch Zwiſt zwiſchen Armin und Segeſt beranlaßt, mit 4 Legionen und 10,000 Mann Hülfstruppen über den Rhein, ſtellte zunächſt das Kaſtell auf dem Taunus auf den Trüm⸗ mern des von ſeinem Vater errichteten her und überfiel von da mit erleichtertem Heer die Chatten, die keine Feindſelig⸗ keiten erwarteten. Er ließ auf ſeinem Zug den L. Apronius zurück, um feſte Wege und Brücken anzulegen,(ad munitiones viarum et fluminum), weil er, wie ſelten, die Flüſſe zufolge eingetretener Trockenheit nur mäßig waſſerreich fand, und des⸗ halb ſeinen Zug beeilen konnte, aber auf dem Rückzug Regen und das Wachſen der Flüſſe befürchtete. Er fand keinen Widerſtand bis zur Eder und konnte daher die Altersſchwachen und Weiber gefangen nehmen oder niederhauen laſſen. Die junge Mannſchaft ſuchte ihm den Uebergang über die Eder ſtreitig zu machen, er ſetzte aber den Brückenbau durch, ver⸗ brannte Mattium, den Hauptſitz des Stammes, und kehrte, nachdem er das offene Land verwüſtet, da die Chatten ſich aus ihren Dörfern und Höfen in die Wälder geflüchtet hatten, zum Rhein zurück.*) Dieſer Streifzug von dem Kaſtell am Taunus nach der Eder, auf welchem nur das cultivirte Land der Chatten berührt, der dichte Wald vermieden wurde, führte ſicher durch unſrre Gegend. Da ſich die Römer früher ſchon in der fruchtbaren Wetterau feſtgeſetzt hatten, ſo blieb das Naſſauer Land und das gebirgige Hinterland auf der linken, der waldige Vogelsberg und die Berggegend des Knöll zwiſchen Ziegenhain, Homberg in Heſſen und der Fulda auf der rech⸗
Spuren römiſcher Lagen diesſeits d. h. nördlich des Pfahlgrabens ſind in Heſſen ſelten; auf der Höhe zwiſchen Ohm und Lumda ſind wohl die nördlichſten mit Sicherheit ermittelt in den Höfen oder der Hünenburg zwiſchen Nordeck und Hauſen, der Räderburg bei Roßberg (Steiner Geſchichte von Londorf und der Fam. v. Rabenau S. 2) und im Walde zwiſchen Londorf und Wermertshauſen. 7) Amales lib. 1. cap. 26. ⁵) Schmidt a. a. S. 14.


