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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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Lahn mit Nixen bevölkert, daß auffallende Felſengebilde, wie die Teufelskanzel, Namen von böſen Geiſtern entlehnen,*) entſpricht der Volksgewohnheit, ebenſo wie dieſelbe in alten Wohnſtätten, wie in Dünsberg, Schätze vermuthet, zeigt aber darum weder heidniſche Opferſtätten noch andere religiöſe Beziehungen. ²⁵)

Die friedlichen Niederlaſſungen der Chatten beſtanden, wie die der alten Deutſchen überhaupt, in einzelnen Gehöften, angelegt, wo eine Quelle, gutes Bauland, ein ſchützender Hain zur Anſiedlung einlud.²*) Eine ſolche einladende Stelle bot die Lage von Gießen nicht und es iſt daher unwahrſcheinlich, daß früher ein Dorf oder irgend eine Niederlaſſung vorhan⸗ den war,**¹) wiewohl die Gegend doch ſchon früh der Cultur übergeben war. Die einzigen Ueberreſte der alten chattiſchen Bevölkerung ſind die Gräber, die ſich in der Umgegend von Gießen wohl häufiger als ſonſt wo finden. Es iſt natür⸗ lich, daß ſie nur noch in Waldungen und auf Haiden übrig geblieben ſind; an anderen Orten hat ſie der Pflug verwiſcht. Die bedeutendſten Stellen, wo ſich dieſe ſogenannten Hünen- gräber finden, ſind:

1) im oberen Theil des Philoſophenwalds, links des alten Wegs nach Rödchen; dieſelben ſind ſchon zu Zeiten des Superintendenten Liebknecht im Jahr 1718 unterſucht worden

Verſuch den Aſterweg von der Göttin Oſtara zu deriviren.(Noack a. Note 24 cit. Ort), während er den Namen von Achſtedt erhielt. (ſ.§. 8.)

2⁴) Wolf heſſiſche Sagen 1853. S. 126. 130.

²⁵) Noack, Localitäten von urzeitlicher Bedeutung im Archiv für heſſ. Geſchichte Bd. 10. Heft 3. Nr. IX. S. 268 ff. ſucht ſie auf dem Kernberg bei Annerod, auf der Teufelskanzel und dem Hangelſtein; es mangelt indeß doch jeder ſichrer Auhaltspunct.

²6) Tacitus l. c. cap. 16. Colunt discreti ac diversi, ut fons, ut campus, ut nemus placuit.

²⁷) Schmidt, Geſchichte des Großherzogth. Heſſen Thl. 1. S. 236.