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Wie auf den Höhen hatten die Germanen auch in Sümpfen ihre Zufluchtsorte für den Fall feindlicher Ueber⸗ fälle; eine ſolche Bergeſtätte mag die von den Sümpfen des Wieſeckthals größtentheils umſchloſſene flache Erhöhung, auf welcher Gießen ſpäter entſtand, leicht geweſen ſein. Wenigſtens ſpricht die Auffindung eines Bildes von Bronce, welches einen Sueven oder Chatten vorſtellen ſoll und mit einem Ring, durch welches es auf eine Stange befeſtigt werden konnte, verſehen iſt, die bei einer im Jahr 1822 vorgenomme⸗ nen Erweiterung des Stadtgrabens Statt fand, ²²) dafür, daß hier ein temporärer Aufenthalt der Chatten geweſen ſein mag, ohne daß man daraus gerade einen heiligen Hain für Götterverehrung herleiten kann, ²²) wozu ſich am wenigſten der Name von Gießen benutzen läßt.*³⁴) Daß die Sage die
ihm Abicht, der Kreis Wetzlar 1836. Thl. 1 S. 19 führen dieſen Namen an, ohne ihn aber urkundlich zu belegen. Die Locglität ſelbſt bietet keinerlei Anhaltspunkt dafür, auch nicht für eine Niederlaſſung, ſowenig als der Hausberg, der mit ſeinem Ringwall nur einen Zu⸗ fluchtsort zur temporären Vertheidigung bildete, aber wohl nie dauernd dewohnt wurde, weshalb auch die Herleitung, die Schmidt, heſſ. Geſchichte Thl. 1. S. 242. verſucht, nicht haltbar zu ſein ſcheint. Wenn Weigand im Archiv für heſſ. Geſchichte Bd. 7. S. 307. den Namen des Hüttenbergs von einem Eigennamen Hitto herleitet, ſo bedarf es noch des Beweiſes der Richtigkeit, da der Wald und Berg doch noch Gönſer und Cleener Mark war, überhaupt aber die Berge und Wälder nicht leicht ihre Namen von Perſonen entlehnen, da ſie ſelten oder nie im Privateigenthum ſtanden, ſondern den Mark⸗ genoſſen gemeinſchaftlich waren.
²1) Nebel Geſchichte der Univerſität Gießen S 5. Wagner topogr. Be⸗ ſchreibung des Großherzogthums Heſſen Bd. 3. S. 89.
²2) Es iſt überhaupt von deutſchen Götterbildern nur mit Vorſicht zu reden, da es ſcheint, als hätten ſie ſolche nicht beſeſſen.(Tacitus Germania c. 9. Lucos ac nemora consecrant deorumque nomini- bus appellant secretum illud, quod sola reverentia vident.)
23) Ayrmann in Retters heſſiſchen Nachrichten Samml. 2. S. 74 und Nebel Geſchichte der Stadt Gießen in Juſti's Denkwürdigkeiten wol⸗ len den Namen mit Götzen, Geiſen in Verbindung bringen. Wie
vorſichtig man bei Herleitung aus Namen ſein muß, beweiſt der


