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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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Gegen die von den Römern am Rhein und Main und der zuerſt beſetzten offenen Wetterau her drohende Gefahr legten wohl die Chatten ihre Burgen durch Umwallung der Bergkuppen an. Wie der Altkönig und Hausberg war auch der Dünsberg) auf ſeiner gegen das offene Lahnthal gerichteten Seite mit einem doppelten, von innen nach außen geworfenen Ringwall befeſtigt; auf ſeiner Nordſeite um eine Quelle befand ſich wie am Altkönig eine Lagerſtätte im Viereck umwallt. Noch findet man die Beweiſe, daß dieſe Burgen unſeren Altvordern zum längeren Aufenthalt dienten.*) Aehnliche Ringwälle zeigen der Hunenſtein auf den Albergen bei Gladenbach, der Todtenberg bei Trais a. d. L., die Alten⸗ burg bei Schotten und die Glauburg bei Glauberg. ¹°) Daß kleinere Hügel mit Wachtpoſten beſetzt waren, läßt ſich wohl denken, obwohl Beweiſe dafür fehlen; namentlich wird ſich der Hüttenberg bei Langgöns, von dem das Gericht der Umgegend bis Gießen hin den Namen trug, wohl nicht als ein mons custodiae rechtfertigen laſſen. ²⁰)

¹7) Im Dünsberg mit Ayrmann Dissert. de Montis Tauni situ 1723 den Mons Taunus der Römer und in ſeinen Ringwällen das von Druſus darauf erbaute Kaſtell zu finden, verräth Uubekanntſchaft mit der ſehr verſchiedenen Befeſtigungsweiſe der Römer und Deutſchen. Nur darin mag er Recht haben, daß der Dünsberg und Taunus denſelben celtiſchen Namen(von Tun, Düne, Höhe) führten, was wenigſtens eher anzuerkennen iſt, als ihn von einem Eigennamen Düno mit Schmidt(heſſ. Geſchichte Bd. 4 S. 101) herzuleiten.

¹1s) Der verſtorbene Reallehrer Dickore fand vor etwa 10 Jahren am Dünsbergs⸗Wall den oberen Theil(Läufer) einer Handmühle, der in das Muſeum in Darmſtadt gekommen iſt.

¹8) Dieffenbach im Archiv für heſſ. Geſchichte, Bd. 4 Heft 2. Nr. 2. S. 11. Zur Urgeſchichte der Wetterau a. a. O. S. 43 ff. Daß auch der Altenberg bei Hohenſolms, der Weddeberg bei Gleiberg und der Altenberg bei Ruttershauſen a. d. L. altdeutſche Ringwälle trugen, läßt ſich wohl nicht behaupten; der erſtere enthält die zerſtörte erſte Anlage von Hohenſolms, der Weddeberg den Wall um ein an⸗ gefangenes ehemaliges Vorwerk der Burg Gleiberg und der letzte war nur als mittelalterliche Burganlage ummauert.

2⁰) Von Zangen in Juſti's Denkwürdigkeiten Thl. 4 S. 370 und nach