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Beiträge zur Geschichte der alten Gießener Burschenschaft : burschenschaftliche Lebensbilder aus dem Jahre der großen Relegation (1828) / von Christian Scriba, Pfarrer i. P. in Gießen ; mit einer Einlitung von Geh. Hofrat Dr. Herman Haupt
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3. Mit Bruderliebe kamſt du mir entgegen, Du linderteſt des Kummers ſchwere Laſt, Die mich gedrückt, mag dir des Himmels Segen Vergelten, was für mich getan du haſt. Zwar trennt uns jetzt des Schickſals zürnend Walten, Zerſtreut den Bruderbund nach Oſt und Weſt, Doch unſre Freundſchaft wird ja nie veralten, Wie unſre Eichen ſteht ſie ewig feſt.(Sander 57).

4. Mag immerhin der Obern größre Macht Den treuen Freundſchaſtsbund der edlen Brüder ſprengen, Im Wahn, er ſei geſchloſſen gegen ſie: Sie kann den freien Sinn, den friſchen Geiſt nicht feſſeln, Des Herzens Trieb und der Gedank' iſt frei, Drum bleibt das Herz dem Herz, der Freund dem Freund getreu. (Dingeldein 37).

5. Das Große lebt: es iſt ein Himmelsfunken, Es ſtrahlet ſelbſt in dunkler Grabesnacht, Und führt zum hohen Ziel, wo wonnetrunken Der Geiſt zu neuer Lebensglut erwacht! Symb.: Selbſt in ſeinen Trümmern lebt das Gute noch fort!! (Oſer 54).

6. Doch! wir ſah'ns im Aufſchwung unſrer Jugend, In des Vaterlandes Heldengeiſt: Ja! es gibt noch eine deutſche Tugend, Die allmächtig einſt die Ketten reißt. Wenn auch jetzt in den bezwungnen Hallen Tyrannei der Freiheit Tempel bricht, Deutſches Volk, du konnteſt fallen, Aber ſinken kannſt du nicht.(Roller 56).

7. Wer unterdrückte Unſchuld rächt, Der ſchlage ein in meine Hand! Wer Unterdrückern trotzen kann, Der ſei mein Freund! Er iſt ein Mann Für Freiheit, Recht und Vaterland.(Schleuning 58).