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Beiträge zur Geschichte der alten Gießener Burschenschaft : burschenschaftliche Lebensbilder aus dem Jahre der großen Relegation (1828) / von Christian Scriba, Pfarrer i. P. in Gießen ; mit einer Einlitung von Geh. Hofrat Dr. Herman Haupt
Entstehung
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Aſſenheim, begab ſich in die Schweiz, wirkte von 1833 bis 1844 an den Schulen von Burgdorf im Kanton Bern und von 1844 bis 1848 in Baſel, von wo ihn der heſſiſche Miniſter von Gagern zur Leitung des heſſiſchen Schulturnens nach Darmſtadt berief, in welcher Stellung er mit weit über die Grenzen dieſes Landes hinausgehendem Erfolg wirkte. Ein von früh an in ihm keimendes Lungenleiden nötigte ihn, 1855 von ſeiner Tätigkeit zurückzutreten. Starb in Darmſtadt 9. Mai 1858. Vgl. über ſeine Burſchenzeit H. Haupt, in denQuellen und Darſtellungen zur Geſchichte der Burſchenſchaft und der deutſchen Einheitsbewegung Bd. II, Seite 306 ff.

67. Urich, Wilhelm Heinr. Joſ., ſtud. foreſt, aus Michelſtadt, imm. 15. Januar 1827, geb. zu Erbach i. O. 10. November 1808, trat, nachdem er die Univerſität verlaſſen, in das Geſchäft ſeiner bei⸗ den Onkel Gerold in Port of Spain, Trinidad, Brit. Weſtindien, übernahm ſpäter mit ſeinem Bruder Fritz(imm. März 1828) dieſes Geſchäft, erwarb ein ſehr anſehnliches Vermögen, legte es rationell an und lebte abwechſelnd in London, Paris, Rom, Florenz und Frankfurt a. M. Er, wie auch ſeine Frau(Sophie, Tochter des Profeſſors der Medizin Vogt und Schweſter des Parlamentariers Karl Vogt) beſaßen eine tiefgründige Bildung und konnten die reichen Quellen, die ihnen durch ihre unabhängige Exiſtenz erſchloſſen wurden, wohl ausnutzen. Sie kannten die Mehrzahl der bedeutenden Gelehr ten, Künſtler und Staatsmänner in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er ſtarb in London 7. Juli 1892.

68. Vietor, Philipp Auguſt, ſtud. theol. aus Nieder⸗Ramſtadt, imm. 1. November 1826, geb. daſelbſt 28. November 1809 als Sohn des Pfarrers Vietor, beſtand September 1831 die theologiſche Schluß⸗ prüfung zu Darmſtadt, wurde Pfarrvikar 1835 in Schaafheim, 1838 in Wolfskehlen, 1840 in Reichelsheim i. O., 1841 in Leidhecken, 1842 in Zwingenberg, Pfarrer 1842 in Wahlen, 1851 in Bobenhauſen II, 29. Juni 1866 in Groß⸗Rohrheim und ſtarb daſelbſt 12. Juli 1879.

69. Wallot, Friedr. Wilh. Karl, ſtud. jur. aus Oppenheim a. Rh., imm. 21. Juni 1827, geb. daſelbſt 7. Juli 1809 als Sohn des Weinhändlers Johann Heinrich Wallot, geriet 1830 in die Revolu tionspartei, wurde relegiert, flüchtete ins Ausland, ſetzte nach ſeiner Rückkehr das Studium fort, beſtand die Fakultätsprüfung, erwarb ſich 18. Mai 1835 den juriſtiſchen Doktorgrad und ſtarb in Florenz 28. Auguſt 1842.