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Die Nationalökonomie als Unterricht- und Prüfungsgegenstand : Hinweise und Ratschläge / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften und Direktor des Staatswissenschaftlich-Statistischen Seminars
Entstehung
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Revers, wonach ſie ſich zur pünktlichen Beobachtung aller Vor⸗ ſchriften verpflichten, zu unterſchreiben, und beſonders dringlich ſcheint die Mahnung, daß unter keinen Umſtänden ein Buch, wenn auch nur auf Stunden, nach Hauſe genommen wird, und alle Bücher nach Benutzung wieder an Ort und Stelle in die Regale zurückgebracht werden. Geſchieht dies nicht, ſo iſt eine Ordnung in der Bücherei und ihrer Kontrolle un möglich aufrecht zu erhalten.

Im Hinweis auf die Seminarbibliothek werden in jedem Semeſter Seminarübungen entweder mit ſchriftlichen Arbeiten im Anſchluß an das Beſprochene oder mit Vorträgen der Seminarmitglieder mit nachfolgender Diskuſſion abgehalten. Dieſe Übungen finden im Auditorium maximum(früher phyſi kaliſcher Hörſaal) in zwei aufeinanderfolgenden Stunden ſtatt. Neben den nationalökonomiſch⸗ſtatiſtiſchen Ubungen ſind finanz wiſſenſchaftliche, die aber reine Konverſatorien und nur ein ſtündig ſind, vorgeſehen und zwar ſtets in dem Semeſter, wo über Finanzwiſſenſchaft ein Kolleg geleſen wird. Beide Arten von Übungen verfolgen dieſelben Aufgaben, freie zwangloſe Ausſprache mit Frage und Antwort über wichtige und ſchwierige Kapitel der ſtaatswiſſenſchaftlichen Disziplinen mit Einſchluß der Tagesfragen.

Die ſchriftlichen Arbeiten ſollen ein kurzes Reſümee über einen Gegenſtand, der im Seminar behandelt worden iſt, geben. Sie ſind beim Seminardirektor abzuliefern, der ſie durchkorrigiert, ohne eine Note zu geben und ſie dann in ſeiner Privatwohnung mit jedem Bearbeiter einzeln durchſpricht. Ein Zwang zu ſolchen ſchriftlichen Arbeiten beſteht nicht. Man muß bei durchgeführter akademiſcher Freiheit auch ohne Zwangs⸗ mittel auskommen können. Jede Schulmeiſterei verdirbt die Freude am Gegenſtande. Die Wahl der zu bearbeitenden Themata ſteht jedem frei. Zweck dieſer ſchriftlichen Arbeiten iſt Schulung in Kürze und Klarheit des Ausdrucks, ferner zweckmäßige und überſichtliche Einteilung des Stoffs, wie das in den Klauſurarbeiten des Examens ſpäter verlangt wird,