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endlich das Vertrautſein mit den Hauptſachen. Die Litteratur⸗ benutzung iſt eine unbeſchränkte, kurze Quellenangaben ſind zwar erwünſcht, nicht aber unbedingt notwendig. Selbſtändige und originelle Leiſtungen ſind doch nicht zu verlangen. Es hat deswegen auch keinen Zweck, die Seminararbeiten ſpäter den Meldungen zum Examen beizufügen.
Die Seminarvorträge verfolgen dagegen etwas andere Ziele. Auch ſie ſind ſchriftlich auszuarbeiten und einige Tage, bevor ſie vom Katheder aus zum Vortrag gelangen, dem Seminarleiter zur Einſicht vorzulegen. Ein ſolcher Vortrag ſoll nicht mehr als eine halbe Stunde in Anſpruch nehmen, damit für Kritik und Beſprechung hinreichende Zeit übrig bleibt. Die Aufgabe ſolcher Vorträge beſteht darin, daß der Vor⸗ tragende Gelegenheit hat, ſich in ein beſtimmtes Thema ein— zuarbeiten, die Kunſt des Vortrags lernt und in der betreffenden Seminarſitzung als Referent, der beſonders Beſcheid weiß, mit Geſchick auftreten kann. Der Seminarleiter wird jedesmal, wenn die anderen Seminarmitglieder verſagen ſollten, den Referenten auffordern, einzuhelfen.
Das Vortragsprogramm des ganzen Semeſters wird in der erſten Seminarſitzung feſtgeſetzt. Gleichzeitig werden alle Referenten beſtellt. Die erſte Seminarzuſammenkunft iſt alſo ſtets einer Vorbeſprechung, in der alle geſchäftlichen Angelegen⸗ heiten Erledigung finden ſollen, gewidmet. Nur die Literatur— nachweiſe erhält jeder Referent erſt nachträglich und ſchriftlich ausgehändigt. Damit auf den erſten Seminarvortrag nicht eine zu kurze Bearbeitungsfriſt kommt, und er keine Verzöge— rung erleidet, wird für dieſen einleitenden Vortrag der Referent ſchon im Semeſter vorher berufen. Er hat alſo in den Ferien reichlich Zeit, ſich mit ſeinem Thema vertraut zu machen.
Das Staatswiſſenſchaftlich⸗Statiſtiſche Seminar hat ein beſonderes ſchwarzes Brett, das ich der Beachtung der Seminar⸗ mitglieder empfehle. Auf dieſem ſchwarzen Brette wird das Vortragsprogramm mit den Namen aller Vortragenden bekannt gegeben. Es kann alſo jeder Teilnehmer an den übungen ſich


