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Die Nationalökonomie als Unterricht- und Prüfungsgegenstand : Hinweise und Ratschläge / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften und Direktor des Staatswissenschaftlich-Statistischen Seminars
Entstehung
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Univerſität, indem ich von Greifswald nach Gießen über⸗ ſiedelte. Ich habe das Statiſtiſche Inſtitut nicht mit über⸗ nommen, zumal deſſen Arbeiten, weiterhin mit ſtaatlichen Mitteln unterſtützt, von meinem Herrn Amtsvorgänger fort⸗ geſetzt werden ſollten. Als ich nach Gießen kam, war eine Inſtitutsbibliothek auch nicht einmal in den Anfängen vor handen, ich fand kein Leſezimmer, kein einziges Buch oder ſonſtiges Inventarſtück, wie es zu einem Seminar gehört, vor. Ich mußte deswegen dafür ſorgen, daß das Statiſtiſche In⸗ ſtitut aus der Reihe der Univerſitätseinrichtungen, zu denen es organiſch nicht gehörte, verſchwand und habe dafür ein Staatswiſſenſchaftlich-Statiſtiſches Seminar, wie es an faſt allen deutſchen Univerſitäten beſteht, ins Leben zu rufen. Im Staatsbudget wurde unter dem Kapitel Landesuniverſität Titel 2 Nr. 37 die 1000 Mark, die bisher alljährlich meinem Herrn Amtsvorgänger für ſeine ſtatiſtiſchen Berechnungen zu⸗ floſſen, für das neugegründete Staatswiſſenſchaftlich-⸗Statiſti ſche Seminar eingeſetzt. Ich erhielt einen beſonderen Seminar⸗ raum im Kollegiengebäude als Leſe- und Arbeitszimmer mit Büchergeſtellen, Tiſchen und Stühlen ausgeſtattet. Unverzüg lich wurde dann daran gegangen, eine Seminarhandbibliothek für Studierende, die unentbehrlich erſchien, anzuſchaffen. Ich wandte mich an Reichs⸗ und Staatsbehörden, Kommunalver⸗ waltungen und Wirtſchaftskammern mit der Bitte um un⸗ entgeltliche und regelmäßige Üüberlaſſung von Etats-, Ver⸗ waltungsberichten, Kammerverhandlungen, ſtatiſtiſchen Publi⸗ kationen u. dergl. und habe faſt nie eine Fehlbitte getan. Infolge dieſer höchſt willkommenen Unterſtützung, für die ich an dieſer Stelle meinen aufrichtigſten Dank ausſprechen möchte, und weiterhin gefördert durch zahlreiche Bücherſchenkungen von verſchiedenen Gönnern des Seminars iſt es möglich ge worden, daß eine Seminarbibliothek geſchaffen wurde, die ſich bereits nach vierjährigem Beſtehen annähernd auf 2000 Bände und 900 Werke beläuft und ſich ſchon jetzt neben anderen Seminarbibliotheken, die dreimal und viermal ſo lang wie