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Die Nationalökonomie als Unterricht- und Prüfungsgegenstand : Hinweise und Ratschläge / von Dr. jur. et phil. M. Biermer, ordentlichem Professor der Staatswissenschaften und Direktor des Staatswissenschaftlich-Statistischen Seminars
Entstehung
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VII.

Das Staatswiſſenſchaftlich⸗Statiſtiſche Seminar.

Für das hauptſächlichſte Hilfsfach der Nationalökonomie, die Statiſtik, gab es an der Univerſität Gießen ſeit 1876 das ſog.Statiſtiſche Inſtitut unter der Leitung des ordentlichen Profeſſors der Staatswiſſenſchaften. Es war dies eine Ein⸗ richtung, die an keiner andern deutſchen Univerſität vorhanden war, die aber 24 Jahre beſtanden hat. Das Statiſtiſche In⸗ ſtitut war mit einer jährlichen Remuneration von 1000 Mark dotiert und hatte die Aufgabe, komplizierte ſtatiſtiſche Unter⸗ ſuchungen, von denen in erſter Linie das ſchwierige Gebiet der Steuerüberwälzung in Angriff genommen worden iſt, an⸗ zuſtellen. Nach 25 jähriger Dauer, nachdem der bisherige Ver⸗ treter der Nationalökonomie in den Ruheſtand getreten iſt, iſt im Jahre 1901 in einer Fachzeitſchrift der erſte Teil dieſer überaus langwierigen und mühevollen ſtatiſtiſchen Arbeit der Offentlichkeit übergeben worden.

Neben der Tätigkeit dieſes Statiſtiſchen Inſtituts, die in Wirklichkeit nur eine Staatsunterſtützung für eine einzige weitſchichtige, auf zahlloſen Berechnungen beruhende, Gelehrten⸗ arbeit darſtellte, ſind ſtaatswiſſenſchaftliche, finanzwiſſenſchaft⸗ liche und ſtatiſtiſche übungen, namentlich für Kameraliſten in den Lehrplan der Univerſität aufgenommen worden.

Im Frühjahr des Jahres 1900 vollzog ſich ein Wechſel in der Beſetzung der nationalökonomiſchen Profeſſur an der