Nationalökonom eine Lebensſtellung finden kann. Es ſteht zudem feſt, daß dieſe Berufe mit Anwärtern ſtark überſetzt ſind, und es erſcheint deswegen die Mahnung am Platze, die Nationalökonomie nicht als Brotſtudium auszuerſehen. Für den angehenden, umfaſſend ausgebildeten Volkswirtſchaftler kommen nämlich nur folgende Berufe in Frage:
1. Die akademiſche Laufbahn an Univerſitäten, techniſchen Hochſchulen und neuerdings an Handelshochſchulen.
2. Die Syndikats-⸗oder Sekretariatspoſten bei den offiziellen Intereſſenvertretungen für Handel und Induſtrie, Landwirt⸗ ſchaft und Handwerk.(Handels-, Landwirtſchafts- und Hand⸗ werkskammern.)
3. Die Geſchäftsführerpoſten bei den Sektionen der Unfall⸗ verſicherungsberufsgenoſſenſchaften.
4. Die Sekretariatspoſten bei den privaten Intereſſen⸗ verbänden für Handel, Induſtrie und Landwirtſchaft.
5. Volkswirtſchaftliche Redakteurpoſten in der politiſchen und in der Fachpreſſe.
6. Sekretärpoſten bei gemeinnützigen Anſtalten, nament⸗ lich ſolchen ſozialpolitiſcher Art.
7. Stellungen bei den ſtaatlichen und ſtädtiſchen ſtatiſtiſchen Ämtern, und
8. endlich gibt es auch eine Möglichkeit, bei Großinduſtriellen und Berufspolitikern nationalökonomiſcher Privatſekretär zu werden.
Überblickt man dieſe acht Gruppen, ſo wird ohne weiteres klar, daß die verhältnismäßig meiſten Chancen die offizielle Intereſſenvertretung in der Form der ſogenannten„Wirtſchafts⸗ kammern“, namentlich der Handelskammern, zu bieten vermag. Es kommen hier in Deutſchland etwa 150 Wirtſchaftskammern verſchiedener Art in Frage, aber ſchon jetzt iſt das Angebot viel größer als die Nachfrage. Es promovieren in Deutſchland jedes Jahr faſt halb ſo viel Nationalökonomen als es Handels⸗
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kammern gibt, deren Sekretäre akademiſche Bildung haben
müſſen. Die neuen Anwärter müſſen ſelbſt auf die ganz


