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Beſtimmungen über die Promotionen an der Univerſität Gießen. Nr. 5
Promotionsordnung für die nmiloſahiſch Lakullüt zu Giefen.
Erlaſſen vom Großherzoglichen Miniſterium des Innern am 22. Mai 1902.
§ 1.
Wer ſich um den philoſophiſchen Doktorgrad bewirbt, hat Zeugniſſe über ſeinen Bildungsgang vorzulegen und ſich einer Prüfung zu unterziehen. Die Prüfung beſteht in der Beurteilung einer von dem Bewerber verfaßten Abhandlung(diſſertation) und in einer darauf folgenden mündlichen Prüfung.
§ 2.
Der Bewerber hat nachzuweiſen, daß er die Reifeprüfung an einer deutſchen neunſtufigen höheren Lehranſtalt beſtanden und ſechs Semeſter an ſtaatlichen Univerſitäten ſtudiert hat.
Für die Fächer der Mathematik, der Naturwiſſenſchaften, der Forſtwiſſenſchaft und der Landwirtſchaft wird dem Studium an Univerſitäten das an anderen ſtaatlichen Hochſchulen des Deutſchen Reichs oder an ſtaatlichen Techniſchen Hochſchulen des Auslands gleichgeachtet.
(Zuſatz vom 4. Juli 1904.) Ob und inwieweit die Studien⸗ zeit an ſolchen Hochſchulen bei anderen Fächern in Anrechnung kommen kann, entſcheidet die Fakultät von Fall zu Fall.—
(Faſſung vom 25. Februar 1908.) Iſt der Bewerber im Aus⸗ land vorgebildet, ſo kann die Fakultät an Stelle des Reifezeugniſſes andere nach ihrem Ermeſſen gleichwertige Zeugniſſe annehmen, falls er von den erforderlichen ſechs Semeſtern mindeſtens drei an ſtaat⸗ lichen Univerſitäten des Deutſchen Reichs ſtudiert hat.


