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als solche im Vordergrund. Worauf es mir in erster Linie an- kommt, ist, zu verhindern, daß die Züge des Bildes, das die bis- herige Forschung in zum Teil entsagungsvoller Kleinarbeit ge- reichnet hat, verwischt und durch mehr oder weniger willkürliche Improvisationen beeinträchtigt werden. Es sollen deshalb die Hin- dernisse aus dem Wege geräumt werden, die die Ausführungen M.'s einer zutreffenden Erkenntnis der Sachlage bereiten, und es soll die Bahn freigemacht werden für eine Betrachtung, die nicht mit der Notwendigkeit belastet ist, immer wieder auf die verfehlten Darlegungen M.’s einzugehen. Darauf wird sich in der Hauptsache ihre Aufgabe beschränken.
II. Methodische Gesichtspunkte.
Ehe ich in eine Auseinandersetzung mit den einzelnen Behaup- tungen M.'s eintrete, werden einige Gesichtspunkte allgemeiner und methodischer Art zu streifen sein. Unter den vielen Fehlern, die M. mir nachgewiesen zu haben glaubt, findet sich auch der, daß ich, wie meine Arbeiten zeigten, stets nur die Verhältnisse, die sich mir in Goslar selbst darboten, berücksichtigt habe, ohne irgendwie andere Städte heranzuziehen, ein Verfahren, das nie zum Ziele führen könne. M. bezeugt mir ferner, daß ich auch versagt habe bei der Beurteilung der münz- und siedlungs- geschichtlichen Verhältnisse, ohne deren Beherrschung ein end- gültiges Urteil über all die schwierigen Einzelfragen, die bei Goslar aufträten, garnicht zu gewinnen sei.
Schon hier mischt sich Wahres und Falsches.
Ich habe bei den verschiedensten Gelegenheiten hervorgehoben, daß bei Goslar eine Gestaltung der Dinge vorliegt, die infolge des Zusammentreffens von politischen und wirtschaftlichen Faktoren besonderer Art durchaus eigenständige Züge trägt und die auch dem Verfassungsleben der Stadt ein in mancher Hinsicht unge- wöhnliches Gepräge aufdrückt. Bei diesem Sachverhalt, dem sich übrigens auch M. nicht zu entziehen vermag, kommt es m. E. in erster Linie darauf an, die Entwicklung aus sich selbst heraus be- greiflich zu machen und so zu einer Klärung zu gelangen. Selbst- redend dürfen dabei die Ergebnisse der allgemeinen Städtefor- schung nicht unbeachtet bleiben, wie ich dies selbst mehr als einmal betont habe. ⁰) Aber es kann nur Verwirrung stiften, wenn


