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Das Großherzoglich Hessische Ministerium des Innern und der Justiz an Großherz. Hess. Landes-Universität zu Gießen auf den Bericht vom 14. Juli d. J. Nr. L. U. 76. / du Thil ; Bechtold ; Für die Beglaubigung der Abschrift Dr. Bansa
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L. U. 256. Pr. 29. Dez. 1830.. Zu Nr. D 8536. Darmſtadt am 17. December 1830.

Betreff. Die Venia legendi.

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8 1 Giessen.

Das Großherzoglich Heſſiſche Miniſterium des Innern und der Juſtiz

an

Großherz. Heſſ. Landes⸗Univerſität zu Gießen,

auf den Bericht vom 14. Juli d. J. Nr. L. U. 76.

Wa finden uns veranlaßt, über dieſen Gegenſtand folgende Vorſchriften zu ertheilen:

1) Die Venia legendi auf der Landes⸗Univerſität ſoll künftig nur denjenigen ertheilt wer⸗ den, welche a), in einer vor dem einſchlägigen Promotions⸗Colleg ſchriftlich und mündlich zu beſtehenden ſtrengen Prüfung diejenigen Kenntniſſe und diejenige Gabe der Deutlichkeit und des Vortrags in genügendem Maaſe bewährt haben, die zur Ertheilung eines zweckmäßigen, die Würde des Lehramts nicht herabſetzenden academiſchen Unterrichts unerläßliche Bedingung ſind, ſodann b) öffentlich disputirt haben und c) eine mit dem Imprimatur des Decans der einſcbläaiann ultit verſehene Probeſchrift haben drucken laſſen. Auch ſoll d) die Venia le-

cht ertheilt werden, welchen ein unſittliches Leben zur Laſt fällt, und welche ichkeit ihrer Subſiſtenz auf der Academie nicht wenigſtens einigermaſen

gung des Doctorgrads allein ſoll demnach die Venia legendi noch nicht zur e dieſelbe auf der anderen Seite, wenigſtens in den theologiſchen Facul⸗

der Venia legendi nicht nothwendig bedingt, indem auch dem bloßen Li⸗ gie die Venia legendi ſoll ertheilt werden können, ſobald dieſer den im n Anforderungen Genüge geleiſtet hat.

te Venia legendi begründet für den Erwerber das Recht, in allen einzelnen itswiſſenſchaft, worauf ſich dieſe Venia bezieht, Privat⸗Unterricht zu er⸗ egel leidet wegen des bedeutenden Umfangs und der großen Mannigfaltig⸗ öhiſchen Facultät angehörigen Fächer nur in der Art eine Ausnahme, daß it zu ertheilende Venia legendi die einzelnen Lehrzweige namentlich auffüh⸗ Candidat geprüft und genugſam befähigt befunden worden iſt.

iner auswärtigen Univerſität promovirten oder die Venia legendi daſelbſt idividuen kann die Venia legendi auf der Landes⸗Univerſität nur dann er⸗ u ſie den dieſelbe bedingenden allgemeinen geſetzlichen Vorſchriften Genüge en. Es verſteht ſich indeſſen von ſelbſt, daß von einer nochmaligen keine Rede ſeyn kann.

legendi ſoll in einer im Namen und Auftrag des ganzen academiſchen den und von dem Rector, dem Kanzler und dem Decan der Fakultät, 3 Univerſitätsſiegels zu unterſchreibenden beſonderen Urkunde ertheilt und ausgeſprochen werden, daß die Venia legendi wieder eingezogen werden jeſelbe Erlangende den von ihm als Privatdocent zu übernehmenden Ver⸗

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treu nachkommen werde.

Ertheilung der Venia legendi iſt ſodann durch einen Anſchlag an das tichtlich bekannt zu machen, und dieſe Bekanntmachung von dem Rector, m einſchlägigen Decan zu unterzeichnen.

Verbungen zu Vorleſungen erlaubt, ſich einem unſittlichen und unanſtändi⸗ giebt, bei Ertheilung des Unterrichts nicht den möglichſten Fleiß anwendet auf den academiſchen Unterricht ſich beziehenden geſetzlichen Vorſchriften nicht rt die erhaltene Venia legendi.

i Sie ſich bemeſſen und das Geeignete verfügen. du Thil. Bechtold. Für die Beglaubigung der Abſchrift Dr. Banſa.

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