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iſt Kenntniß der Theorien der mathematiſchen Phyſik und der ſich daraus ergebenden Methoden nebſt Bekanntſchaft mit den phyſikaliſchen Inſtru⸗ menten und Uebung in ihrer Behandlung erforderlich. Von jedem, welcher die Prüfuug in Phyſik beſteht, iſt als Erforderniß des Unterrichts in der mathematiſchen Geographie Kenntniß der Elemente der Aſtronomie zu verlangen. § 22. 8. Chemie.
a) Für den Unterricht in mittleren Klaſſen iſt die Bekanntſchaft mit den allgemeinſten Eigenſchaften der Körper, dem Vorkommen und Verhalten der wichtigſten Elemente und ihren eine allgemeinere Anwen⸗ dung findenden Verbindungen, ſowie Kenntniß der Verbindungsgeſetze nach Gewicht und Volum erforderlich. Im Experimentiren muß der Aſpirant einige Fertigkeit haben.
b) Um in allen Klaſſen unterrichten zu können, werden außer⸗ dem Kenntniſſe in der chemiſchen Technologie und in der organiſchen Chemie, ſowie Fertigkeit in der qualitativen und Uebung in der quanti⸗ tativen Analyſe erfordert.
§ 23. 9. Beſchreibende Naturwiſſenſchaften.
In der Zoologie und Botanik muß der Aſpirant eine genügende Bekanntſchaft mit den allgemeinen Lehren der Phyſiologie, mit der Lebens⸗ weiſe namentlich der einheimiſchen Thiere und mit der geographiſchen Verbreitung der wichtigſten Thiere und Pflanzen darlegen, die Principien der natürlichen Syſtematik, das Weſentliche der verſchiedenen natur⸗ hiſtoriſchen Syſteme und deren geſchichtlichen Zuſammenhang kennen.
In der Mineralogie iſt Kenntniß von den wichtigſten Lehren der Kryſtallographie und von den phyſikaliſchen Eigenſchaften, der chemiſchen Zuſammenſetzung und dem chemiſchen Verhalten der wichtigeren Mineralien erforderlich. Außerdem muß der Aſpirant die wichtigeren Felsarten und ihre Lagerungsverhältniſſe, die wichtigſten Lehren der chemiſchen und phyſikaliſchen Geologie, namentlich bezüglich der vulkaniſchen Erſcheinungen und der Quellen, die Formationen und die ſie charakteriſirenden Ver⸗ ſteinerungen, ſowie die vornehmlichſten Anſichten über die Entwickelungs⸗ geſchichte der Erde kennen.


