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auch der neueſten Zeit, mit Verſtändnis geleſen ſein müſſen; Fähig⸗ keit zu ſicherer Überſetzung der gewöhnlichen Schriftſteller ins Deutſche und zu einer von gröberen ſprachlich⸗ſtiliſtiſchen Verſtößen freien ſchriftlichen Darſtellung in der fremden Sprache;
b. für die erſte Stufe: Für den ſchriftlichen und mündlichen Gebrauch der Sprache nicht bloß volle grammatiſche Sicherheit bei wiſſenſchaftlicher Begründung der grammatiſchen Kenntniſſe, ſondern auch umfaſſendere Vertrautheit mit dem Sprachſchatz und der Eigen⸗ tümlichkeit des Ausdrucks, ſowie eine für alle Unterrichtszwecke ausreichende Gewandtheit in deſſen Handhabung; überſichtliche Kenntnis der geſchichtlichen Entwickelung der Sprache von der alt⸗ engliſchen Periode an; Kenntnis der allgemeinen Entwickelung der Literatur, verbunden mit eingehender Lektüre einiger hervorragender Schriftwerke aus früheren Perioden wie aus der Gegenwart; Ein⸗ ſicht in die Geſetze des engliſchen Versbaues älterer und neuerer Zeit; Bekanntſchaft mit der Geſchichte Englands, ſoweit ſie für die ſachliche Erläuterung der gebräuchlichſten Schulſchriftſteller erforder⸗ lich iſt.
c. für jede Stufe. Aus dem Verlauf der Prüfung ſoll ſich auch die Beſtätigung ergeben, daß der Kandidat diejenigen Kennt— niſſe in der lateiniſchen Sprache gegenwärtig hat, welche für das geſchichtliche Verſtändnis der engliſchen Sprache erforderlich ſind.
§ 18. Prüfung in der Geſchichte.
Von den Kandidaten, welche die Lehrbefähigung in der Ge⸗ ſchichte nachweiſen wollen, wird gefordert
a. für die zweite Stufe: Eine auf geordneten geographiſchen und chronologiſchen Kenntniſſen beruhende ſichere Ueberſicht der welt⸗ geſchichtlichen Begebenheiten, beſonders der griechiſch⸗römiſchen Ge⸗ ſchichte bei Kandidaten der klaſſiſchen Philologie, der engliſchen und franzöſiſchen bei Kandidaten der neueren Philologie, der deutſchen, preußiſchen und heſſiſchen Geſchichte bis auf die neueſte Zeit; ge⸗ nauere Bekanntſchaft mit der Entwickelung der Verfaſſung in Sparta, Athen und Rom, bezw. in England und Frankreich, be— ſonders aber in Deutſchland; gründliche Kenntnis der Verfaſſung des Deutſchen Reichs und des Großherzogtums Heſſen; Bekannt⸗ ſchaft mit einigen der bedeutendſten neueren vaterländiſchen Geſchichts⸗ werke; die Fähigkeit, leichtere lateiniſche Geſchichtsquellen im Urtext zu verſtehen;
b. für die erſte Stufe überdies: Genauere Bekanntſchaft mit dem Entwickelungsgang der allgemeinen Weltgeſchichte und Ver⸗ ſtändnis für den Zuſammenhang und die inneren Beziehungen der Ereigniſſe; Darlegung eingehender, auch die Entwickelung der Ver⸗ faſſungs⸗ und Kulturgeſchichte einſchließender Kenntniſſe bezüglich des Altertums in der griechiſch⸗römiſchen, bezüglich des Mittelalters, der neueren und der neueſten Zeit hauptſächlich in der Geſchichte


