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§ 14. Prüfung im Lateiniſchen und im Griechiſchen.
Von den Kandidaten, welche die Lehrbefähigung im Latei⸗ niſchen und Griechiſchen nachweiſen wollen, iſt zu fordern
a. für die zweite Stufe: Sichere Kenntnis der lateiniſchen und griechiſchen Grammatik und Uebung im ſchriftlichen Gebrauch dieſer Sprachen bis zur Fertigkeit, angemeſſene Vorlagen grammatiſch richtig und, wenigſtens ſoweit es ſich um das Lateiniſche handelt, auch ohne erhebliche ſtiliſtiſche Mängel zu übertragen; die auf plan— mäßiger und gründlicher Lektüre beruhende Fähigkeit, Cäſar, Salluſt, Livius, Cicero, Virgil, Ovid; Homer, Herodot, Xenophon, Lyſias, Demoſthenes mit grammatiſcher und lexikaliſcher Genauigkeit zu ver⸗ ſtehen und, von Stellen beſonderer Schwierigkeit abgeſehen, geläufig zu überſetzen. Mit der römiſchen und griechiſchen Geſchichte, der Literaturgeſchichte, den Altertümern, der Mythologie und der Metrik müſſen die Kandidaten ſoweit bekannt ſein, daß ſie zur Erklärung der genannten Schriftſteller auch nach dieſen Seiten hin das Weſent⸗ liche beizubringen und für die Vorbereitung auf den Unterricht gute Hilfsmittel mit Verſtändnis zu benutzen imſtande ſind;
b. für die erſte Stufe überdies: Zuſammenhängende und wiſſenſchaftlich begründete Kenntnis in der lateiniſchen und griechi⸗ ſchen Grammatik; Fertigkeit im freien ſchriftlichen Gebrauch der lateiniſchen, grammatiſche Sicherheit in ſchriftlicher Anwendung der griechiſchen Sprache, auch Uebung im Lateinſprechen; Beleſenheit in den römiſchen und griechiſchen Klaſſikern, beſonders den zum Bereich der Gymnaſiallektüre gehörigen, aber auch anderen, z. B. Plautus, Terenz, Aeſchylus, Euripides, Ariſtophanes, bei wiſſenſchaftlicher Schulung in der Methode der Erklärung; Vertrautheit mit der Metrik, ſoweit ſie die auf den Gymnaſien zu leſenden Dichter angeht, nebſt Uebung im angemeſſenen Vortrag der Verſe; Kenntnis der griechi⸗ ſchen und römiſchen Literatur, namentlich ihrer Blütezeiten; eine zu wiſſenſchaftlicher Fortbildung befähigende Bekanntſchaft mit den Hauptperioden der griechiſchen und römiſchen Geſchichte, den Staats⸗ einrichtungen, dem privaten Leben, der Religion und Sage, ſowie der Philoſophie der Griechen und Römer; Vertrautheit mit der Ar⸗ chäologie ſoweit, daß der Kandidat gute Hilfsmittel mit Verſtändnis verwerten und den Unterricht durch Gewährung entſprechender An⸗ ſchauungen unterſtützen kann. Auch haben die Kandidaten darzutun, daß ſie einen Ueberblick über den Entwickelungsgang der Philologie gewonnen haben.
Aus dem Verlauf der Prüfung im Lateiniſchen für die erſte Stufe ſoll ſich auch die Beſtätigung ergeben, daß der Kandidat die⸗ jenigen Kenntniſſe in der griechiſchen Sprache beſitzt, welche bei den oben bezeichneten Anforderungen unerläßlich ſind.
§ 15. Prüfung im Hebräiſchen.
Von den Kandidaten, welche die Lehrbefähigung im He⸗ bräiſchen nachweiſen wollen, iſt zu fordern: Wohlbegründete


