Benutzung der Kommentare geſchehen. In der erſten Hälfte der Studienzeit muß in jedem Semeſter ein alt- und ein neuteſtament— liches Exegetikum gehört werden. Dabei ſollte jeder Stunde eine gründliche Vorbereitung mit Lexikon und Grammatik vorangehen. Im allgemeinen empfiehlt es ſich dabei, von leichteren exegetiſchen Vorleſungen wie Geneſis oder ſynoptiſchen Evangelien, Apoſtelge⸗ ſchichte und katholiſchen Briefen zu ſchwierigeren wie Jeſaia, Pſalmen und kleinen Propheten oder Johannesevangelium, Pauliniſchen Briefen, Hebräerbrief und Apokalypſe fortzuſchreiten. Wenn jedoch eine der genannten Vorleſungen gerade nicht gehalten wird, darf darum doch das exegetiſche Studium in dem betreffenden Semeſter nicht vernachläſſigt werden.
Wer das Reifezeugnis im Hebräiſchen nicht beſitzt, muß alles aufwenden, es ſobald wie möglich zu erwerben, da Studierende, welche erſt während ihrer Univerſitätsſtudien eine Nachprüfung im Hebräiſchen ablegen, früheſtens vier Semeſter nach dieſer Nachprü— fung zur Fakultätsprüfung zugelaſſen werden ſollen(Verfügung Großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz vom 17. Sep⸗ tember 1875). 3
Hand in Hand mit der bibliſchen Exegeſe muß das Studium der alt⸗ und neuteſtamentlichen Realien gehen. Dazu gehören hauptſächlich die ſogenannte bibliſche Einleitung und Theologie, ferner Geſchichte des Volkes Israel, Geſchichte der meſſianiſchen Hoffnung, Leben Jeſu und neuteſtamentliche Zeitgeſchichte. Am beſten werden dieſe Fächer in der erſten Hälfte der Studienzeit be⸗ trieben, doch iſt es nicht vorteilhaft, bibliſche Theologie und Leben Jeſu vor dem dritten Semeſter zu hören.
5. Die hiſtoriſche Theologie vermittelt das Verſtändnis der Vergangenheit der Kirche, um das Urteil über das Weſen des Chriſtentums und die Aufgabe der evangeliſchen Kirche in der Gegenwart zu ermöglichen. Die Vorleſungen über allgemeine Kirchengeſchichte werden am beſten vom erſten Semeſter an gehört, auch wenn nicht gerade über alte Kirchengeſchichte geleſen wird. Dagegen ſollten Dogmengeſchichte, Geſchichte der proteſtantiſchen Theologie und vergleichende Konfeſſionskunde nicht in den erſten Semeſtern gehört werden. Übrigens darf ſich das Studium der hiſtoriſchen Theologie nicht auf Darſtellungen beſchränken, ſondern muß irgendwie auch zum Quellenſtudium vordringen. Beſonders ſollten wichtigere Schriften aus der alten Kirche und dem Refor⸗ mationszeitalter im Original geleſen werden. Auch empfiehlt es ſich, namentlich in den erſten Semeſtern, eine oder die andere


