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Anleitung zum Studium der Theologie / Universität Gießen, Theologische Fakultät
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Nnsethint iche, insbeſondere auch eine etwaige Vorleſung über allgemeine Rel inienaneſhiihe zu hören.

6. Die ſyſtematiſche Theologie, d. h. die wiſſenſchaftliche Begründung und zuſan Vmerchärge nde Darſtellung der religiöſen und ſittlichen Gedanken des chriſtlichen Glaubens(Dogmatik[Apologetik, Ethik) erbaut ſich naturgemäß in erſter Linie auf der exegetiſchen und der hiſtoriſchen Theologie. Es iſt an ſich erwünſcht, daß der zweite Teil der Dogmatik nach dem erſten gehört werde; aber es iſt nicht ausgeſchloſſen, auch mit dem zweiten zu beginnen, ſofern dieſer das Syſtem der Dogmen als Ganzes darſtellt, während der erſte Teil die prinzipiellen Grundlagen der chriſtlichen Religion be⸗ handelt und ſich zu einer Apologie des Chriſtentums geſtaltet. Ob mit Dogmatik oder Ethik begonnen wird, iſt gleichgültig. Die Vorleſung über die Beziehungen der Theoldgie und Philoſophie, beſonders im Proteſtantismus, iſt für eines der Semeſter, in denen ſyſtematiſche Theologie gehört wird, beſtimmt. Die Fakultät empfiehlt dringend, das Studium der Philoſophie nicht zu ver nachläſſigen und betrachtet die genannte auf ſie bezügliche theolo⸗ giſche Vorleſung nicht als Erſatz, ſondern als Ergänzung der Vorleſungen über die allgemeine Geſchichte der Philoſophie. Er⸗ wünſcht iſt ferner, daß Vorleſungen über Pſychologie(in den erſten Semeſtern) und Religionsphiloſophie(nach der Dogmatik) gehört werden.

7. Die praktiſche Theologie als die Theorie des kirchlichen Waerbelils s entwickelt aus dem mit Hilfe der bisher genannten

isziplinen gewonnenen Verſtändnis des evangeliſchen Chriſtentums die Aufgaben der Kirche, bezw. der Gemeinde und des geiſtlichen Amtes, ſowie die einzelnen Tätigkeiten, durch welche dieſe Aufgaben zu verwirklichen ſind. Die Rückſicht auf die Gegenwart fordert daneben noch die beſondere Beſchäftigung mit der evangeliſchen Pädagogik, der äußeren und der inneren Miſſion, ſowie den ſozialen Aufgaben der Kirche und der chriſtlichen Gemeinde. Zugleich iſt den muſikaliſch begabten Studierenden der Theologie im Intereſſe ihres künftigen Berufes wie ihrer allſeitigen Ausbildung die aktive Teilnahme an den lbungen der das Verſtändnis der ernſten Muſik vermittelnden Vereinigungen, wie des evangeliſchen Kirchengeſang⸗ vereins und des akademiſchen Geſangvereins, dringend zu empfehlen.

8. Der Entwickelung und Förderung des wiſſenſchaftlichen Intereſſes in dieſer oder jener beſonderen Richtung dienen in erſter Linie die libungen des theologiſchen Seminars aaltteſtament⸗ liche, neuteſtamentliche, kirchengeſchichtliche, ſyſtematiſche, homiletiſch⸗