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Verordnung, die Prüfungen der Aspiranten des Gymnasial-, Realgymnasial- und Realschul-Lehramts betreffend : vom 12. Januar 1889 / [Großherzoglich Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen]
Entstehung
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daß er von den für den Unterricht unentbehrlichen feſtſtehenden That⸗ ſachen der Synonymik ſichere Kenntniß beſitzt, daß er von dem Ent wickelungsgange der neueren franzöſiſchen Literatur eine Ueberſicht ge⸗ wonnen und einige Werke der hervorragendſten Schriftſteller, namentlich der klaſſiſchen Periode, ſoweit ſie im Bereiche der Schullektüre liegen, mit eingehendem Verſtändniſſe geleſen hat.

Mit den weſentlichſten Regeln des neufranzöſiſchen Versbaues und Reimes muß der Kandidat bekannt ſein. Im mündlichen Gebrauche der Sprache muß derſelbe bereits eine gewiſſe Geläufigkeit erlangt haben.

3) Um ſich für den Unterricht in den oberen Klaſſen zu befähigen, muß der Kandidat in dem ſchriftlichen(§ 27, 2, bezw.§ 29) und dem mündlichen(§ 32, ²) Gebrauch der Sprache nicht blos grammatiſche Korrektheit, ſondern auch Vertrautheit mit dem Sprachſchatze und der Eigenthümlichkeit des Ausdruckes, ſowie ſtiliſtiſche Sicherheit und Uebung im Sprechen erweiſen.

Von den Hauptthatſachen der geſchichtlichen Entwickelung der Sprache muß der Kandidat ſich in dem Maße Kenntniß erworben haben, daß ihm die Einſicht in den Zuſammenhang zwiſchen den lateiniſchen und den franzöſiſchen Lauten, Formen und Wortbildungen ermöglicht wird.

Seine Bekanntſchaft mit dem Altfranzöſiſchen muß ſo weit gehen, daß er nicht zu ſchwierige Stellen eines von ihm geleſenen altfranzöſi⸗ ſchen Werkes mit richtiger Auffaſſung der darin vorkommenden Wort⸗ formen und im weſentlichen zutreffender Deutung des Sinnes zu über⸗ ſetzen verſteht. Auch ſoll er mit den Geſetzen des franzöſiſchen Vers⸗ baues älterer und neuerer Zeit ſich bekannt gemacht haben. Ferner iſt zu verlangen, daß der Kandidat von der Entwickelung der Literatur nach ihren Hauptepochen und Hauptträgern ein deutliches, zum Theil durch eigene Lektüre belebtes Bild gewonnen und von hervorragenden Schriftſtellern ſeit dem 17. Jahrhundert wenigſtens ein und das andere Werk mit ſicherem Verſtändniſſe geleſen habe.

§ 16. 6. Engliſche Sprache.

1) Die Befähigung, das Engliſche in den mittleren Klaſſen zu lehren, iſt als nachgewieſen zu erachten, wenn der Kandidat eine im Ganzen korrekte Ueberſetzung eines nicht zu ſchwierigen deutſchen Textes in das Engliſche als ſchriftliche Klauſurarbeit geliefert und in der münd⸗ lichen Prüfung dargethan hat, daß er mit richtiger, zu feſter Gewöhnung gebrachter Ausſprache eine ſichere Kenntniß der grammatiſchen Regeln und des für den Unterricht unentbehrlichen Wortſchatzes auch der wich⸗ tigeren feſtſtehenden Thatſachen der Synonymik verbindet. Von dem Entwickelungsgange der neueren engliſchen Literatur muß er eine Ueber⸗ ſicht gewonnen und einige Werke hervorragender Schriftſteller, ſoweit ſie

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