Druckschrift 
Ordnung des öffentlichen Gottesdienstes in Giessen : an dem Gnädigst angeordneten Jubilæo oder Danck- und Freuden-Fest, als der Durchläuchtigste Fürst und Herr, Herr Ernst Ludwig, Landgraf zu Hessen, Fürst zu Herßfeld, Graf zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg, Ysenburg und Büdingen [et]c. Unser Gnädigster Fürst und Herr, das Ein und Fünffzigste Jahr Ihro Hoch-Fürstl. Durchl. glorwürdigstgeseegneten Landes-Regierung den 17ten Febr. 1738. angetretten, und dieser recht merckwürdige Tag in sämtlichen Hoch-Fürstl. Hessen-Darmstättischen Landen feyerlichst begangen wurde : nebst einer deßfals vorgeschiebenen Dancksagung und Gebet, welche auf die gnädigst-verordnete Texte gerichtet, und auf allen Cantzeln des Ober-Fürstenthums zu gebrauchen / Ex speciali Commissione des Fürstl. Consistorii dem Druck übergeben von D. Johann Georg Liebknecht, Prof. publ. ord. Superintendente, wie auch den Consistorii daselbst Assessore
Entstehung
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1.) Ein brennender Altar mit der Beyſchrifft: Wer Danck opfert, der preiſet mich. 2.) Eine aus dem Himmel reichende Hand, mit der Beyſchrifft: Dieß iſt der Weg, daß ich ihm zeige das Heyl G Ottes. 1N N. 12.) Nach geendigter Predigt wird beykommendes ins beſondere auf ddieſes Feſtin gerichtete Gebaͤt/ hier/ und in dem geſamten Ober⸗ Fürſtenthum, von denen Cantzeln verrichtet: 4

(Ott/ du gewaltiger GOtt, und Vatter aller Gnaden, der du ) nebſt deinem Sohn Chriſto IEſu und dem heiligen Geiſte alles merſchaffen/ und noch erhaͤltſt, auch daher aller Welt Herrſcher biſt; gleichwohl aber hohe Obrigkeitliche Perſonen zum Zeugnis deiner groſſen Guͤte angeordnet haſt, auch gewolt, wie dieſe deines Reichs Amtleute ſeyn ſollen/ Richter deiner Soͤhne undèoͤchter/ Hirten dei⸗ ner Schaafe, Pfleger und Saͤug⸗Amme deines Zions Duhaſt ihnen das Schwerdt anvertraut zur Straffe der Boͤſen, die dein Volck ſtoͤh⸗ ren, und zu der Deinen Schutz; nur daß wir deiner unausſprechlichen Heyls⸗Guͤter, welche in deinem Wort und heiligen Sacramenten ver⸗ ſprochen, deſto ruhiger genieſen/ und derjenigen Gerechtigkeit, welche dein Sohn erworben hat, und vor dir allein gilt/ ewiglich theilhafftig wer⸗ den moͤgen/ o der unausſchrechlichen GSnade Eben dieſe iſt es/ guͤtigſter Vatter, welche unſerm Vatterlande/ und uns alleſamt anhero, unter treueſter Aufſicht unſers theuerſten Lan⸗ des⸗Fuͤrſten gnaͤdiglich wiederfahren; Dein heiliges Wort iſtes/ welches noch immer ſo ſorgfaͤltig/ ſo reichlich im Seegen gelehret, und nebſt denen Sacramenten ausgeſpendet wird; Gerechtigkeit und Friede, die ſich kuͤſſen/ finden ſich auch noch auf unſern Gaſſen; und dein Seegen flieſſet ſo immerfort aufuns Arme. Dieſes alles erkennen wir gar wohl anje⸗ tzo; muͤſſen aber auch unſere groſſe Undanckbarkeit bekennen/ daß wir anhero wenig an ſolche gedacht/ am allerwenigſten denjenigen Fluch be⸗ dacht, welchen du, gerechter GOtt, denen Undanckbaren gedrohet: wie du ihnen wolleſt Juͤnglinge zu Fuͤrſten geben/ und im Zorn es zulaſ⸗ ſen, daß Kindiſche uͤber ſie herrſchen ſollen. Dennoch haſt du unſer in Gnaden geſchonet, und nunmehro vor 50. Jahren einen ſognaͤdigen und hoͤchſt-erleuchteten Regenten dir zum Fuͤrſien auserſehen. Deſſen kluge Regierungs⸗Art, ausnehmende Gaben der Seele und des Leibes, uns ſaͤmtlich/ getreue Unterthanen, und alle Menſchen erfreuen koͤnnen/ der dein Volck geleitet und geweidet mit Klugheit/ ſolches wider allen Trutz der Feinde und Toben geſchuͤtzet mit Vorſichtigkeit. Da nun andere 38 4. ihren