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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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zweckmäßiger mittels der Schmutzwaſſerableitung, als mittels Regenwaſſerableitungen, weil erſtere nicht dem Rückſtau bei Sturzregen ausgeſetzt ſind.

Die Schmutzwaſſerableitung ſoll ein Hauptrohr von 500 mm. Durchmeſſer erhalten und zwar wäre die von der Mündung der Wieſeck bis zur Klärſtation 1600 m lange Strecke in Gußeiſen auszuführen, weil Thonrohr in dem Lahnthal zu gefährdet liegen würde. Ein ſolches Rohr hat bei einem Gefälle von 1: 1600, da es bis oben voll fließen kann es iſt dies ſogar erwünſcht, eine Leiſtung von mehr als 100 Sek. Liter, das iſt pro Stunde mehr als ca. 360 chm. Wird bei einer Einwohnerzahl bis 35 000 die Tagesabwäſſerung auf 100 Liter pro Kopf angenommen, dieſe Menge auf 16 Stunden verteilt und dieſe Zahl noch um 30% wegen der Ungleichheit der Stundenabflußmenge vermehrt, ſo ergiebt ſich ein Maximal⸗ 35 000 ‧⸗ 0, 1

16 daß ein ſolches Rohr nicht nur für die ſpätere Zukunft ausreicht, ſondern auch im ſtande iſt, noch die unvermeidliche Menge des Regenwaſſers von engen und gepflaſterten Höfen aufzunehmen.

Die Schmutzwaſſerleitungen im Ort werden auf 35 Durchmeſſer dimenſioniert; ſie ſollen aus Thonrohr mit Asphalt⸗Dichtung beſtehen, weil dieſe Dichtung ſich vorzüglich bewährt hat; ſie iſt abſolut dicht, hinreichend elaſtiſch und läßt keine Baumwurzeln durch. Dieſe Leitungen ſind vollkommen weit genug, um auch ſpäterhin das Schmutzwaſſer aus den Häuſern der Liegenſchaften ſicher abzuleiten, zumal dieſe mit ſehr großem Gefälle der Stammleitung zugeführt werden.

Für die Regenwaſſerleitungen ergiebt die Planſfizze, daß die alten vor⸗ handenen Leitungen für die Geſamtanlage kaum in Betracht kommen, weil ihre ungenügenden Gefälls-Verhältniſſe eine weitere Verzweigung nicht zulaſſen.

Eine einigermaßen genaue Veranſchlagung der angedeuteten getrennten Kanaliſationsanlage iſt natürlich auf Grund dieſer generellen Betrachtungen nicht möglich. Immerhin kann man, da die Rohrſtrecken ziemlich genau zu ermitteln ſind, doch folgenden Ueberſchlag machen, der, wie ich glaube, bei der ſpeziellen Ver⸗ anſchlagung nicht überſchritten werden dürfte:

a. Die Hauswäſſer⸗Kanaliſation.,, 1 600 lfd. m Muffendruckrohr von 500 mm lichtem Durchmeſſer, mit allen Gra⸗ benarbeiten, Waſſerhaltung und »Faconſtücken, à 50 ℳA,. 80 000. 34 000 lfd. m Thonrohrleitung von 150 bis 500 mm Durchmeſſer(darunter 17 000 lfd. m von 200 und 150 mm), mit allen Nebenarbeiten, durch⸗

abfluß von+ 30% von 285 chm pro Stunde, woraus erſichtlich iſt,

ſchnittlich A 17 Äc,. 578 000. 450 Reviſionsſchächte, mit den Abdeck⸗ ungen uſw., durchſchnittlich à 250 112 500. Die Kläranlage nach Lindley's Koſtenanſchlag 84 000. Für Diverſes 45 500. 900 000. b. Die Regenwaſſereanaliſatian 20 400 lfd. m Thonrohrleitung von 150 bis 500 mm Durchmeſſer, mit allen Nebenarbeiten, durchſchnittlich à 14 285 600. 240 Reviſionsſchächte, mit den Abdeck⸗ ungen, durchſchnittlich à 200. 48 000. 560 Regeneinfallſchächte, mit den An ſchlüſſen, à 150 ÄVAZA 84 000. Für Diverſes, Uferbefeſtigungen uſw... 42 400. 460 000. Summa 1 360 000.

gegenüber 1 840 000 der gemeinſchaftlichen Anlage. Daß der Betrieb der ge⸗ trennten Anlage erheblich weniger koſtet, als bei der gemeinſamen Anlage, kann be ſonders nachgewieſen werden. Der Unterſchied der Anlagekoſten iſt in erſter Linie eine Folge des Fortfalls der gemauerten Kanäle bei dem Trennungsſyſtem.

herzberg.