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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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eine 15 cm gußeiſerne Rohrleitung geſpeiſt, die an entſprechenden Punkten oberhalb aus der Wieſeck das Waſſer entnimmt. Dieſe Spülgallerien beherrſchen ſämtliche Nebenſiele der Hauptſiele III und V und füllen ſich nach jedesmaligem Gebrauch

ſelbſtthätig aus der oberen Wieſeck wieder an.

Einſteigſchächte.

Einſteigſchächte ſind auf den Sielen in Entfernungen von 80 120 m vor⸗ geſehen. Wo dieſelben in Verkehrsadern liegen, ſind dieſe Einſteigſchächte als Seiten⸗ eingänge ausgebildet, und die Oeffnungen in das Trottoir gelegt. Dieſe Konſtruktion iſt namentlich auch dort gewählt, wo größere Siele zuſammenlaufen und wo größere Spülvorrichtungen vorzuſehen ſind.

Ventilation.

Sämtliche Einſteigſchächte und die Kammern der Seiteneingänge, ſowie ſämtliche durch die Konſtruktion im Scheitel der Siele gebildeten Hochpunkte werden durch Ventilationsſchächte von 20 cm Durchmeſſer bis auf die Straßenoberfläche ventiliert. Solche Ventilationsſchächte ſind auch auf den glatten Sielen in Abſtänden von 30 bis 40 m vorgeſehen.

Straßen⸗Einläufe. Zur Einleitung des Regenwaſſers dienen Straßeneinläufe mit Sandfang und Waſſerverſchluß. Für dieſe verſchiedenen Konſtruktiouen ſind die bekannten Typen des Frank⸗ furter Sielbaues in Ausſicht genommen.

Beſondere Bauwerke.

Von beſonderen Bauwerken ſind folgende zu erwähnen:

Die Kreuzung des Hauptſiels I mit der Wieſeck findet unmittelbar unterhalb der Brücke der Bahnhofſtraße ſtatt; die Sielſohle liegt hierſelbſt auf+ 1.64 (153.53 N. N.), die Wieſeckſohle derzeit auf+ 1.45(153.34 N. N.). Die Kreuzung iſt als einfache, glatte Durchführung des Siels unter der Wieſeck(nicht als Düker) und Ueberführung der letzteren projektiert. Das Siel würde an der Stelle, wo das⸗ ſelbe die Wieſeckrinne kreuzt, in einer Höhe von 96 cm über ſeiner Sohle mit guß⸗ eiſernen Platten abgedeckt, und in den Bermen des Wieſeckbettes würde dieſe Ab deckung auf 1.10 m über der Sielſohle liegen. Die Oberfläche der gußeiſernen Platten bildet zugleich das Wieſeckbett und liegt in der Rinne auf rund+ 2.60 m(154.50 m N. N.). Hierdurch wird allerdings der normale Abfluß der Wieſeck auf+ 2.65 m bis+ 2.70 m L. P. aufgeſtaut. Dieſes macht eine kleine Regulierung des Wieſeck⸗ bettes in dem Oberlauf bis zur Goetheſtraße erforderlich, die indeſſen durch Ver⸗ wendung des überflüſſigen Aushubs bei der Kanaliſation mit geringen Koſten ge⸗ ſchehen kann, und für die Wieſeck eine weſentlich beſſere Geſtaltung ſchaffen würde.

Das Hochwaſſer⸗Profil der Wieſeck bleibt nach dieſer Regulierung und nach den angeſtellten Meſſungen noch immer reichlich für die Ableitung des Wieſeck Hochwaſſers.

Dieſe Anordnung hat den großen Vorteil, daß bei dem die ganze innere Stadt entwäſſernden, mit dem flachen Gefälle 1:2000 geführten und auf eine lange Reihe von Jahren wohl nur eine geringe Schmutzwaſſermenge ableitenden großen Hauptſiel eine Dükeranlage vermieden wird.

Das Siel würde eine Art Wehr in der Wieſeck bilden, und über dasſelbe hinweg wäre das ganze Wieſeckprofil für die Abführung des Hochwaſſers frei.

Der Stau von+ 2.65 bis+ 2.70 m. L. P., welcher hierdurch aufwärts von der Bahnhofſtraße in der Wieſeck entſteht, iſt auf dem Längenprofil, Anlage 2, durch eine punktierte blaue Linie dargeſtellt und würde bei normalem Waſſerablauf in der Wieſeck, wie erwähnt, etwa an der Goetheſtraße auslaufen.

Ausmündung und Klärbecken⸗Anlage. Zur Reinigung der Abwäſſer vor ihrer Einleitung in die Lahn iſt eine Klärbecken⸗Anlage projektiert, deren Anordnung aus Anlage 29 hervorgeht. Das Hauptſiel I führt das Waſſer in die Zulaufgallerie. Es ſind für die fernſte Zukunft 16 Klärgallerien vorgeſehen. Dieſelben entſprechen einem Schmutz⸗