Gefälle das Profil 80* 140 bezw. 70* 125. Das obere Ende dieſes Sieles iſt in einer Tiefe gehalten, welche die Spülung aus der Wieſeck möglich machen würde.
Die mittlere Scheiteltiefe iſt der vorhandenen Unregelmäßigkeiten im Terrain und der bis jetzt noch nicht feſtliegenden Trace dieſes Hauptſiels wegen nicht be⸗ ſtimmbar, jedoch wird der Scheitel durchweg über dem höchſten Hochwaſſer der Lahn zu liegen kommen und die Trace ſo gewählt, daß derſelbe 2—3 m unter der Ober⸗ fläche liegt.
Hauptſiel VII bildet das Abfangſiel des ganzen ſüdlichen und ſüdöſtlichen oberen Gebietes. Seine Entwäſſerungsfläche beträgt 176.8 Hektar, hierzu kommt noch eine Fläche von 300 Hektar des ſüdöſtlichen Erweiterungsgebiets im Klingel⸗ bachthal, ſodaß die Geſamtfläche 476.8 Hektar beträgt. Die Ableitungsfähigkeit des Siels beträgt rund 900 Liter pro Sekunde und wird folgendermaßen verwertet. Der Schmutzwaſſerabfluß beträgt 238.4 Liter; der Dauerregen⸗Abfluß von 900 Liter pro Sekunde wird ſich auf die beiden Flächen, in welche das Entwäſſerungsgebiet zerfällt, verſchieden verteilen, je nach der verſchiedenen Dichtigkeit des Ausbaues derſelben, im Durchſchnitt ergiebt dieſe Abflußmenge 1.9 Liter pro Hektar und Sekunde vom ganzen Gebiete. Bei Sturzregen zerlegt ſich auch das Entwäſſerungsgebiet dieſes Siels in einzelne Gebiete, wovon das untere eine Fläche von 72 Hektar hat, von welcher 1240 Liter durch den Notauslaß No. 2 nach der Lahn zur Ableitung ge⸗ langen. Der zweite Diſtrikt beginnt unmittelbar oberhalb des Regenauslaſſes No. 3 in der Bleichſtraße und erſtreckt ſich bis zur Kreuzung der Grünberger⸗ und Licher⸗ ſtraße. Die Größe dieſes Gebiets beträgt 31.5 Hektar und der Sturzregen⸗Abfluß 660 Liter. Hierzu kommen die 300 Liter des Klingelbachgebietes, deſſen Hauptſiel auf Kämpferhöhe einen Ueberlauf nach dem Klingelbach erhält, welcher die Regen⸗ waſſermenge, welche 300 Liter überſteigt, direkt in den Bach ableitet.
Der Scheitel des Hauptſiels VII liegt in der Bahnhofſtraße am Abgang des Notauslaſſes No. 2 auf+ 3.97 L. P., und entſpricht dieſe Höhe einem Hochwaſſer der Lahn, welches während der 24 Jahre 1871— 1894 an zuſammen durchſchnittlich ſieben Tagen im Jahr überſchritten worden iſt.
Das Gefälle des Hauptſiels VII beträgt auf der ganzen Länge 1:1200 und die Dimenſion bis zur Vereinigung der Grünberger⸗ und Licherſtraße 90= 160.
Das Längenprofil zeigt das Siel bis zur Station O 3941, von wo ab die Möglichkeit der zukünftigen Fortſetzung durch den Eichgartenweg gegeben iſt.
Die Trace des Siels iſt bei der Beſtimmung der Trennungslinie zwiſchen Oberem und Unterem Syſtem bereits geſchildert worden.
Hauptſiel VIII beginnt in der Frankfurterſtraße ca. 150 m ſüdlich der Wilhelmſtraße, zieht nach dem tiefſt gelegenen Teile dieſes Gebiets, d. h. durch die Hollergaſſe und den Mittelweg und geht unmittelbar oberhalb der Margarethenhütte als Tunnel unter dem Bahnkörper der Köln-Mindener bezw. Main⸗Weſer Bahn hin⸗ durch, um dann mit ſtarkem Gefälle dem alten Wetzlarer Weg folgend in das Haupt⸗ ſiel Ibei Station B 550 einzumünden.
Dasſelbe gehört ebenfalls zum Oberen Syſtem und entwäſſert den ſüdweſt⸗ lichen Abhang des Seltersberggebiets. Die Fläche beträgt 43.37 Hektar mit 21.7 Liter Schmutzwaſſer. Der 845 Liter betragende Sturzregen wird durch Regenauslaß No. 1 direkt in die Lahn abgeleitet.
Das Gefälle dieſes Siels variiert dem coupierten und unregelmäßigen Terrain folgend zwiſchen 1:11 und 1:100. Das Siel hat eine Größe von 60= 110 in ſeinem unteren Laufe. Der obere Teil beſteht aus Rohrſielen von 35, 30 und 25 cm Durchmeſſer.
Die mittlere Scheiteltiefe variiert zwiſchen 2 und 3 m.
Die nach dieſer Beſtimmung der Tracen ſich ergebende Einteilung der Ent⸗ wäſſerungsflächen nach einzelnen Haupt- und Nebenſielen ergiebt ſich aus Anlage 5. Auf derſelben iſt die Größe jeder Entwäſſerungsfläche in Hektar bezeichnet. Neben den Sielen ſind an den betreffenden Stellen durch rote Zahlen die Größe der ent— wäſſerten Fläche, durch blaue Zahlen mit gradliniger Unterſtreichung(25.4) die Menge des Schmutzwaſſers, und durch blaue Zahlen mit einer Wellenlinie unterſtrichen (375) die Menge des größten Regenwaſſer⸗Abfluſſes, die an der betreffenden Stelle das Siel durchzieht, bezeichnet, während an einzelnen Stellen, wo der Dauerregen für die Größe maßgebend iſt, deren Menge punktiert unterſtrichen(50.8) eingetragen iſt.


