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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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Aus der auf Anlage 3 dargeſtellten Dauerkurve ergiebt ſich, daß der Waſſer⸗ ſtand der Lahn in den 23 Jahren 1871 1893 über+ 1.00 m an 226 Tagen ſtand

1.20 171. 1 25 137. 1.50 116 5, 1,75 33 77 77 2.00 77 7/ 67 77 7/ 24·25 53 2 77 77 2.50 77 77 42 7/ 7

Es iſt erwünſcht, den normalen Schmutzwaſſerſpiegel im Siel an der Aus⸗ mündung ſo hoch zu legen, daß derſelbe an möglichſt wenig Tagen durch den Waſſer⸗ ſtand der Lahn zurückgeſtaut und beeinflußt wird. Auf der anderen Seite macht die entſprechende Entwäſſerung der tieferen Stadtteile, namentlich die Rückſicht auf die allgemeine Höhenlage der Keller im Innern der Stadt es erwünſcht, das Haupt ſiel ſo tief wie möglich und wie dies mit einer zweckentſprechenden Geſtaltung an der Ausmündungsſtelle vereinbar iſt, anzulegen.

Die Abwägungen dieſer beiden maßgebenden Geſichtspunkte waren beſtimmend für die Höhenlage des Hauptſiels.

Der normale Schmutzwaſſerſpiegel im Siel an der Ausmündung iſt auf rund+ 1.50 m und der Waſſerſpiegel im voll gefüllt fließenden Siel auf+ 2.75 m über den lokalen Nullpunkt an der Ausmündung projektiert. Hierbei wird der Schmutzwaſſerſpiegel nur an 116 Tagen im Jahr zurückgeſtaut und beeinflußt und hat an 249 Tagen im Jahr freie und ungeſtörte Vorflut; das gefüllt fließende Siel hat an 330 Tagen im Jahr freie Vorflut.

Der Waſſerſpiegel des gefüllt fließenden Siels im Innern der Stadt in den tieferen Strecken der Bahnhofſtraße iſt auf rund+ 3.90 m Lahnpegel, demnach 1 m unter den derzeitigen tiefſten Straßenteilen und ca. 1.80 m

unter der projektierten Aufhöhung der Innenſtadtſtraßen angelegt. Kellertiefen. Zum Zweck der Bearbeitung des Entwäſſerungsprojektes ſind längs ſämt⸗ licher Tracen der Hauptſiele die Kellertiefen gemeſſen worden. Hieraus ergab ſich,

daß von ſämtlichen gemeſſenen Kellern 4% über+ 158.00 m N. N.

20 o 157.50 43 0G e 157,00)

64% 156,50

36 156.00 und 93% 155.580 liegen.

Die nach obigen gewählte Waſſerſpiegellage in der inneren Stadt von + 3.90 m L. P., bezw.+ 155.80 m N. N., bleibt demnach unter 93% der Keller⸗ ſohlen, und nur 7% ſämtlicher gemeſſener Keller liegen tiefer. Der tiefſte gemeſſene Keller liegt aber nur 0.60 m darunter, und zwar auf+ 155.20 m N. N.(+ 3.30 L. P.)

Ausmündnungsſtelle.

Mit Rückſicht auf die Ausdehnung der Bebauung der Stadt und auf ſämt⸗ liche einſchlägige Verhältniſſe konnten für die Ausmündung in die Lahn nur zwei Stellen in Betracht kommen.

1. Eine Stelle in der Nähe des Punktes, wo der alte Wetzlarer Weg an

die Lahn herantritt, 1000 m unterhalb des Lahnpegels, und

2. eine Stelle 500 m weiter abwärts, d. h. 1500 m unterhalb des Lahnpegels.

Das Projekt iſt auf letzterwähnter Ausmündungsſtelle begründet, weil die⸗ ſelbe die weiteſtgehende iſt, und weil das Project in allen ſeinen übrigen Beſtand⸗ teilen dann unverändert bleiben kann, falls die erſterwähnte Ausmündungsſtelle ge wählt wird.

Wie aus dem Ueberſichtsplan erſichtlich, zieht das Hauptauslaßſiel, Haupt⸗ ſiel I, von der Ausmündung dem linken Lahnufer entlang durch die Bahnhofſtraße bis zum Tiefpunkt der Stadt an der Ecke der Bahnhofſtraße und Kaplansgaſſe, ver⸗ zweigt ſich hier in zwei Arme, wovon der eine, Ja, einen etwaigen Straßenzug