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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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28. Oktober 1897 nach Antrag der Baudeputation einſtimmig beſchloſſen wurde,mit Rückſicht auf die Wichtigkeit der Frage durch Ausarbeitung eines vollſtändigen Pro⸗ jekts von einer, auf dem Gebiet des Trennungsſyſtems anerkannten, Autorität noch⸗ mals prüfen zu laſſen, ob und in wie weit etwa dieſes Syſtem für Gießen zu empfehlen ſei. Herr Baurat Herzberg in Berlin war bereit, ſich dieſer Aufgabe zu unterziehen und hat unterm 26. Januar 1898 vor Aufſtellung eines Spezialprojektes den in Anl. IV enthaltenengenerellen Vorbericht mit Planſkizze vorgelegt; danach waren die Koſten der Hauswäſſer⸗Kanaliſation zu 900 000, diejenigen der Regen⸗ waſſer⸗Kanaliſation zu 460 000, beide zuſammen ſomit zu 1 360 000 veranſchlagt und in Vergleich geſtellt mit den 1 840 000 des Voranſchlages von Lindley. Der Letztere, vom Stand der Sache unterrichtet, hatte inzwiſchen darauf hingewieſen, daß er ſelbſtredend bei Aufſtellung des Entwäſſerungs⸗Entwurfs für Gießen nicht nur die Möglichkeit der Löſung der Frage nach dem vorgelegten(Steuernagel'ſchen) Entwurf und Syſtem, ſondern auch nach anderen Alternativ⸗Entwürfen ins Auge gefaßt habe, und er hatte insbeſondere ſich geäußert wie folgt:Ich kam aber nach reiflicher Erwägung aller Verhältniſſe zu der Ueberzeugung, daß die Einführung des getrennten Syſtems in Gießen ein Fehler wäre, den teils die Stadt als Geſamtheit, dann aber auch, namentlich ſpäter, die Liegenſchaftsbeſitzer ſchwer empfinden würden.

Auch die Herzberg'ſche Arbeit war danach Gegenſtand eingehender Prüfung und Erörterung zwiſchen dem Stadtbauamt und ihrem Verfaſſer geweſen, wie man inzwiſchen auch Dank einer freundlichen Einladung der Firma ſich genaue Kenntnis verſchaffte von der eigenartigen und hochintereſſanten Kanaliſierungs⸗ Anlage, welche die Geſellſchaft Erich Merten& Cie. nach dem Trennſyſtem unter Anwendung von Druckluft-Betrieb und Abwaſſer⸗Reinigung nach dem biologiſchen Syſtem auf Lager Lechfeld zur Ausführung gebracht.

Das Ergebnis aller dieſer Studien iſt niedergelegt in dem als Anl. V hier beigefügten Promemoria des Stadtbaurates und weiterhin geprüft und erörtert in dem, in Anl. VI enthaltenen Gutachten des Herrn Stadtverordneten Dr. Gaffky

Das in allem Weſentlichen übereinſtimmende Ergebnis beider Arbeiten empfiehlt:

1. Entwäſſerung derAltſtadt nach dem Syſtem der kombinierten Schwemm⸗ Kanaliſation, unter thunlicher Anſtrebung der getrennten Ableitung der Regenwäſſer auch aus dieſem Staͤdtteil.

2. Entwäſſerung der übrigen Stadtteile nach dem Trennungsſyſtem.

3. Vereinigung der Schmutzwaſſerſiele der äußeren Stadtteile mit dem Haupt ſiel der Altſtadt, zwecks gemeinſamer Reinigung und zeitweiſer künſtlicher Hebung des Sielinhalts vor der Einleitung in die Lahn.

4. Obligatoriſcher Anſchluß der Abtritte an die Schmutzwaſſerſiele und Be⸗ ſeitigung der Gruben und Tonnen unter Gewährung einer angemeſſenen, nicht zu knappen Friſt.

5. Mechaniſche Reinigung der Schmutzwäſſer vor ihrem Einlauf in die Lahn nach dem Muſter der Marburger Anlage mit Rienſch'ſchen Grob- und Fein⸗Rechen, ſowie durch Sedimentierung in Klärbecken mit kontinuierlichem Betriebe und einer Strömungsgeſchwindigkeit von etwa 5 mm in der Sekunde.

Sache der Stadtverordneten⸗Verſammlung wird es nunmehr ſein, zu ent ſcheiden, ob nach dieſen Vorſchlägen die Kanaliſation unſerer Stadt zur Ausführung kommen, und unter weſſen Leitung und Verantwortung dies geſchehen ſoll.

Gnauth.