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anwelenden Studenten? Ein Verzeichnis von 1618(I. An- hang) zählt die Tiſchgälte aller Tiſchwirte auf: die Summe ift 343¹,„ohne die, lo lich allein ſpeiſen“. Deren Zahl aber war groß; viele Studenten bezogen ihren Lebensunterhalt von Hauſe?z oder kauften lelbſt ein und führten gemeinſame Haushaltungs. Zwilchen 350 und 400 wird allo für dieſe Zeit die Frequenzziffer liegen.
Wenn ich hiermit eine früher von mir angegebene Schätzungt als unrichtig erweiſe, ſo muß ich bei dieſer Gelegenheit doch auch einer Angabe von Eulenburg entgegen- treten, die für Gießen im 17. Jahrhundert einen Durchſchnitt von nur 180 Studenten ſtatuierts. Denn wie ilt dieſe Ziffer gewonnen? Die von uns behandelte Zeit vor dem großen Kriege hat Eulenburg überhaupt ignorierté, obgleich hier durchweg höhere Inſkriptionsziffern vorhanden ſind als nach 1650. Und dann iſt auch nach 1650 der jährliche Zulchlag nicht berückſichtigt, den die aus dem Pädagog zur Univerſität übergehenden Studenten ausmachten. In Wahrheit überfteigt die durchſchnittliche Frequenz von Gießen im 17. Jahrhundert die Zahl 200 wohl ganz beträchtlich.
1 In der Handſchrift ſteht allerdings 316, eine Nachprüfung ergibt, daß dies unrichtig iſt. 5 2 Vgl. Mitteilungen des Oberhefſiſchen Geſchichtsvereins X, 44. Ahnlich Haberkorn in einer Denkſchrift von 1649(Handſchrift 868 der Gießener Univerſitäts-Bibliothek).
3 Wie wir das für Marburg aus den durch von der Ropp ver-— öffentlichten Studentenbriefen wiffen(Zeitſchrift für hefſiſche Geſchichte, N. F. XXIII, 1898).
4 Vgl. Mitteilungen des Oberhefliſchen Geſchichtsvereins XI, 60; danach Biermer in Lexis, das Unterrichtsweſen im deutſchen Reich l (1904) S. 563.
5 Eulenburg S. 90.
6 Siehe Tabelle S. 103; wie S. 101 die Ziffer 272 zuſtande gekommen iſt, ſehe ich nicht; die Zahl der 1608 bis 1610 als academici Imma- trikulierten beträgt doch 558!
7 Uebrigens bietet ein Durchſchnitt des 17. Jahrhunderts bei vielen Univerſitäten keine klare Anſchauung. Die Zeit des Krieges iſt bei den meiſten Hochſchulen ein ſo tiefer Einſchnitt, daß die Periode 1620 bis 1700 nicht als homogen anzuſehen iſt, beſonders kommen dann die Univerſitäten, die wie Heidelberg und Gießen während des Krieges ſuspendiert waren, im Vergleich mit denjenigen, die ſich mit wenigen Studenten durchſchleppten, zu gut weg, weil bei erſteren die fehlenden Jahre vom Diviſor abgehen.— Uebrigens wäre es lachgemäß gewelſen, die Jahre 1625— 50 der Univerſität Marburg in die Univerlität Gießen einzurechnen und dagegen die entſprechenden Jahre der Kaſſeler Hochſchule zu Marburg. Die Marburger Univerſität leit 1653 iſt eine Fortfetzung der Kafſeler. Die Darlegung des Verhältniſſes iſt bei Eulenburg S. 89 f. nicht ganz klar.


