Studentenſchaft in der Frühzeit der Univerlität Gießen. 63
Stud. 1608 213 1609 187 1610 158 1611 114
672, dazu ½ der 177 Schüler, zufammen 761 Studenten, durchſchnittlich allo 190 neue Studenten im Jahr; oder nur ein Drittel der Schüler als ſpätere Studenten ge-
rechnet: 672 509 731, durchſchnittlich im Jahr 183.
Nun gilt es, um für die Frequenz ſelbſt einen greifbaren Wert zu erhalten, den Aufenthaltskoeffizienten zu finden. So nennt Eulenburg die Zahl, die angibt, wieviel Jahre der Student durchſchnittlich auf der einzelnen Hoch- jchule blieb. Er hat für unſere Zeit in ſorgfältiglter Unter— ſuchung als durchſchnittliche Aufenthaltsdauer 1,75 bis 1,8 Jahre ermittelti. Da ein ſpezifiſcher Koeffizient für Gießen nicht feftzuſtellen war, ſchließe ich mich dem an und wähle mit Rückſicht auf die vielen, wohl wenig ſeßhaften Nicht- heflſen 1 ¾. Wir erhalten durch Multiplikation unſeres durchſchnittlichen Jahreszuganges(I. o.) mit dieſer Zahl:
130,— 333 oder, 320.
Die durchſchnittliche Zahl der in Gießen 1608— 1611 anwelenden Studenten beträgt allo 3 ¼ Hunderts.
Der im Laufe dieſer Jahre in der Inſkriptionsziffer und
damit auch in der Frequenz bemerkbare Rückgang hielt weiter an; 1613 zerltreute die Peſt die Univerſität in alle Windes, und darunter litten die nächſten Jahre, lodaß wir 1614 nur eine Neuimmatrikulation von 112 Studenten und 20 Schülern haben. Aber dann nahm die Univerſität an dem allenthalben bemerkbaren Anſtieg der akademilchen Frequenz- ziffern? teil. 1617 ſollen 150 Studenten in einem Halbjahr eingeſchrieben worden ſein, und 1618 mangelte es an Woh- nungen, obgleich die Gießener Bürger alles taten, um die Gäfte unterzubringen. Wie hoch war damals die Zahl der 1 Eulenburg S. 32 ff. 2 Zum Vergleich ſeien einige Ziffern an anderen Univerſitäten nach Eulenburgs Ermittelungen gegeben: Wittenberg 960, Frankfurt 591, Leipzig 932, Heidelberg 275, Tübingen 332, Jena 531. Mainz 147, Erfurt 138(Tabelle S. 102— 103).
3 Mitteilungen des Oberhefſiſchen Geſchichtsvereins XI, 60,
4 Eulenburg S. 75— 76.


