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feltltellen läßt. Aber nicht minder bemerkenswerte Auf- ſchlüſſe gewinnt man, wenn man dazu übergeht, die Herkunft der einzelnen Studenten mit in die Betrachtung hereinzuziehen, und zwar die Herkunft ſowohl nach Land' als nach Stand; das Bildungsltreben ganzer Volksgruppen wird auf dieſem Wege unmitteibar erfaßbar. Iit man dann ferner noch in der Lage, die Fakultätszugehörigkeit der einzelnen Studenten in Rechnung zu ziehen— leider geben für die ältere Zeit die Matrikeln darüber oft keinen Auflchluß— ſo erhält man Reſultate, die ein Stück nationaler Geiſtesgelchichte in ihren Zahlen widerſpiegeln.
In leinem umfaſſenden Werke„Die Frequenz der deutſchen Univerſitäten von ihrer Gründung bis zur Gegenwart“(Ab-— handlungen der phil.-hiſt. Klaſſe der kgl. lächl. Geſelllchaft der Wiſſenſchaften Bd. XXIV, 2, 1904) hat es Franz Eulenburg unternommen, vor allem den ſicheren Boden für derartige Unterſuchungen zu ſchaffen, indem er die Ziffern der Frequenz für die Univerſitäten Deutſchlands aus den Angaben der Matrikeln gewann, ihre Schwankungen feltltellte und in großen Zügen erklärte. Auch hat er für die andern oben angedeuteten Fragen mancherlei beigebracht. Doch bleibt hierin noch vieles zu tun, da die genauere Verfolgung der Herkunftsfrage und der Fakmultätsfrequenz außerhalb der Grenzen des Eulenburgſchen Buches geblieben ift. Hier ilt die Arbeit derer am Platze, die ſich mit der Beſonderheit der einzelnen Univerſität vertraut gemacht haben. Es ilt nicht jedem Benutzer einer Matrikel möglich, ſich ſelbſtändig in ihre Eigenart einzuarbeiteni. Der Einzelforſcher wird wohl zu den von Eulenburg gegebenen Werten Ergänzungen, in einzelnen Fällen auch Berichtigungen liefern; belonders aber läßt die Herkunftsſtatiſtik, iſt lie erſt für Deutſchlands lämtliche Hochſchulen ausgebaut, überraſchende Ergebnille erwarten. Doch das ſteht noch im weiten Feld. Für unſere Landesuniverſität und ihre ältelte Zeit zu klaren Vorftellungen in den angedeuteten Richtungen zu kommen, iſt der Zweck dieles Verluches.
Die Gießener Matrikel, Grund- und Hauptquelle aller dieler Unterſuchungen, iſt vollltändig erſt von der Wieder- herſtellung der Univerſität im Jahre 1650 an erhalten. Was
1 E. Schrödéer im Nachwort zu Falkenheiners Perſonen- und Orts- regiſter zu der Matrikel und den Annalen der Univerlität Marburg (1904) S. 265.


