17. Der Graf von Rüdesheim.
K. A. Michaelis
1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Aug geblickt. Doch als er ihr die Lieb gestand, lacht sie ihm ins Gesicht; der Graf ritt tief gekränkt nach Haus und mied des Tages Licht. Und er sass und vergass in seiner Burg am Rhein seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdes- heimer Wein.
2. Wohl sieben Jahre sass er so geschieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all sein Gut und Geld; wohl vierzig Güter gab er hin für edles Rebenblut, und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut. Also sass und vergass er in der Burg am Rhein seinen Schmerz etc.
3. Doch-als das letzte Gut verthan, ging es dem GCrafen schlecht; ein andrer Herr bezog das Schloss, da ward der Graf ein Knecht. Die ganze Woche plagt er sich im Wirts- haus vor der Burg; was in der Woche er verdient, bracht er am Sonntag durch. Und dann sass und vergass er im Kellerloch am Rhein seinen Schmerz etc.
4. Und die euch dieses Lied erdacht, die waren selber dort; zu Fuss kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geschick und härmte sich gar sehr; da hörte man vom edlen Graf die wundersame Mär. Und man sass und vergass vor seiner Burg am Rhein allen Schmerz etc. Bloch. Benda
18. Rodensteins Auszug.
Preiskomposition von Karl Hering. 1861.
1. Es regt sich was im Odenwald, rum plum plum, und durch die Wipfel hallt's und schallt, rum plum plum, rum plum plum bidibum, rum plum plum, der Rodenstein, der Rodenstein, der Rodenstein zieht um! Rum plum plum bidibum! rum plum plum! Der Rodenstein, der Rodenstein zieht um, zieht um!
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