14. Die Pfändung.
Preiskomposition von E. Guth. 1861
1. Und wieder sass beim Weine im Waldhorn ob der Bruck der Herr vom Rodensteine mit schwerem Schluck und Gluck. Der Wirt sprach tief in Trauer: Dass Gott sich mein erbarm! Der sitzt wie eine Mauer:: und trinkt mich nächstens arm.:;
2. Wie soll das all noch enden? Kein' Pfennig giebt er her! Ich glaub, ich lass ihn pfänden, sonst weicht er mir nicht mehr. Der Fronvogt samt dem Büttel kam hand- fest an im Horn: Heraus den Sammettittel, die Stiefel und die Sporn!
3. Heraus des Mantels Zierde, Handschuh und Zobel- hut! Verfallen diesem Wirte ist all Eur Hab und Gut! Da lacht der Rodensteiner:„Nur zu, wie wird mir wohl! ˙s trinkt leichter sich und feiner im Unterkamisol.
4. Und bis ihr mir die Kehlen könnt pfänden aus dem Hals, werd ich noch manchen quälen, der Wein schenkt in Kurpfalz.“
15. Lied eines fahrenden Schülers.
V. E. Becker
1. Kein Tröpflein mehr im Becher, kein Geld im Säckel mehr, da wird mir armen Zecher das Ferze gar so schwer. Das Wandern macht mir Pein, weiss nicht, wo aus noch ein; ins Kloster möcht ich gehen,„, da liegt ein kühler Wein!:;
2. Ich zieh auf dürrem Wege, mein Rock ist arg be- staubt, weiss nicht, wohin ich lege in dieser Nacht mein Haupt. Mein Herberg ist die Welt, mein Dach das Himmels- zelt; das Bett, darauf ich schlafe, das ist das breite Feld.
3. Ich geh auf flinken Sohlen, doch schneller reit't das Glück; ich mag es nicht einholen, es lässt mich arg zurück. Komm ich an einen Ort, so war es eben dort, da kommt der Wind geflogen, der pfeift mich aus sofort.


