10. Gold und Silber.
1. Gold und Silber lieb ich ſehr, kann's auch gut ge— brauchen, hätt ich nur ein ganzes Meer, mich hinein zu tauchen,'s braucht ja nicht geprägt zu ſein, hab's auch ſo ganz gerne,:,: ſei's des Mondes Silberſchein, ſei's das Gold der Sterne.;:
2. Doch viel ſchöner iſt das Gold, das vom Lockenköpfchen meines Liebchens niederrollt in zwei blonden Zöpfchen. Darum, du, mein liebes Kind, laß uns herzen, küſſen, „; bis die Locken ſilbern ſind und wir ſcheiden müſſen.:,:
3. Seht wie blinkt der goldne Wein hier in meinem Becher, horcht, wie klingt ſo ſilberrein froher Sang der Zecher! Daß die Zeit einſt golden war, will ich nicht be⸗ ſtreiten,:,: denk ich doch im Silberhaar, gern vergangner Zeiten.:,: Nach Auguſt Schnezler.
III. Frühſchoppen. 1. Angezapft.
1.:,: Angezapft, angezapft! Rheinwein oder Bier aus Flandern!:,: Auf der durſtgequälten Kehle ſitzt ermattet ſchon die Seele,:,: um verzweifelnd auszuwandern. Freilich iſt's noch früh am Tage, aber glaubt mir, was ich ſage: Trinken ſchmeckt zu jeder Stund. Auf den Spund! Auf den Spund!
2.*,: Eingeſchenkt, eingeſchenkt! Füll die Gläſer, ſchmucke Dirne!:, Eins für mich, für dich das andre. Wenn ich fröhlich weiter wandre,:,: bleib auch heiter deine Stirne.:; Die mich liebt, die lieb ich wieder, in der Schleppe, wie im Mieder, was man auch darüber denkt.— Eingeſchenkt, eingeſchenkt!
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