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Kommerslieder zum 75. Stiftungsfest der ehemaligen Gießener Burschenschaft Alemannia, 26.-27. Juni 1937 : 1862-1937
Entstehung
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3.:;: Ausgeleert, ausgeleert! Alle Zecher, wie ich meine,:,: kommen in den Himmel ſchneller, denn im Mond gibt's kühle Keller:,: für der Sonne Feuerweine,:,: und auf allen großen Sternen gibt es ſicherlich Tavernen, wenn man in den Himmel fährt. Ausgeleert, ausgeleert!

O. v. Reichert

2.

Das war der Graf von Rüdesheim.

1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Aug geblickt. Doch als er ihr die Lieb geſtand, lacht ſie ihm ins Geſicht, der Graf ritt tief gekränkt nach Haus und mied des Tages Licht. Und er ſaß und vergaß in ſeiner Burg am Rhein ſeinen Schmerz, denn das Herz tröſtet Rüdes⸗ heimer Wein. Rüdesheimer Wein.

2. Wohl ſieben Jahre ſaß er ſo geſchieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all ſein Gut und Geld, wohl vierzig Güter gab er hin für edles Rebenblut, und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut. Alſo ſaß und vergaß er in der Burg am Rhein ſeinen Schmerz etc.

3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen ſchlecht, ein andrer Herr bezog das Schloß, da ward der Graf ein Knecht. Die ganze Woche plagt er ſich im Wirts⸗ haus vor der Burg, was in der Woche er verdient, bracht er am Sonntag durch. Und dann ſaß und vergaß er im Kellerloch am Rhein ſeinen Schmerz etc.

4. Und die euch dieſes Lied erdacht, die waren ſelber dort, zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geſchick und härmte ſich gar ſehr, da hörte man vom edlen Graf die wunderſame Mär. Und man ſaß und vergaß vor ſeiner Burg am Rhein allen Schmerz etc. Bloch, Benda.

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