6. Freunde, trinkt in vollen Zügen muſenſtädtſchen Gerſten⸗ ſaft, denn ein gottgeſandtes Fügen gibt uns heute Wunder⸗ kraft: Jugendfrohſinn, Wiſſensſtreben, ſchönſte Minne tritt uns nah,“: alles nur durch dich gegeben, Aura academica!:,:
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Heim.
1. Bin durch die Alpen gezogen, wo die Lawine rollt, ſah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold. Aber freudig ich tauſchte Alpen und Meeresſtrand:,: für das tannen⸗ durchrauſchte nordiſche Heimatland!“
2. Schlöſſer ſah ich und Türme ſchimmernd und marmor⸗ weiß, dunkeler Pinien Schirme wiegten im Wind ſich leis, aber ſchöner und beſſer— lacht mich immerhin aus—:; als die Marmorſchlöſſer dünkt mich mein Vaterhaus.:;
3. Mägdlein durfte ich koſen, ſchlank und liliengleich, Frauen wie volle Roſen, üppig und anmutreich, Lilien aber und Roſen werden von der beſiegt,:, die mich als Knaben mit Koſen in den Schlaf gewiegt.:;: Rudolf Baumbach.
7. Studentenzeit.
1. Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt allzeit mit lachenden Augen, des fahrenden Volkes durſtigem Schlag mag Frohes und Freies nur taugen. Wir wandern und ſingen, und naht das Glück, ſo packen wir's hurtig beim Kragen,:, und trinken den Wein und küſſen die Maid und laſſen den Eulen das Klagen.:;:
2. Die Schriften der Alten ſtudierten wir gut: Sie haben ins Schwarze getroffen, Anakreon und Horatius, die größten der Philoſophen. Drum, Alter, laß ab von ſchelten⸗ dem Tun, und denke der Söhne, der lieben,:,: und denke der Zeit, wo du voreinſt vielleicht es noch ärger getrieben!:,:
3. Ein Weilchen nur währt's, ſind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verſchlungen: Die tobenden Wogen der Jugendluſt, die himmelan jauchzend geſprungen. Philiſter
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