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Ein Gießener Depositionsschein von 1773 / Otto Imgart
Entstehung
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der läſtrung dir ausziehen, Verleumbdung ſollſtu ſtets, wie ſelbſt die hölle, fliehen. Nun werden die hände gefeilt,ich feygle dir die händ, um damit anzudeuten, daß du, was redlich iſt, mit ihnen ſolt arbeiten. Jetzt wurde ein Bart dem Bachanten aufgemalt,ich mahl dir einen bart, das du hinfort geartet, ſolt ſeyn nicht wie ein Kind, das noch ganz ungebartet.(vgl. unbärtiger Menſch). Nun gings zur hobelbank, damit derunge⸗ hobelte Menſch verſchwand,ſchickt euch zum hobel⸗banck, Ihr lie⸗ ben halb⸗ſtudenten, die laſter müſen weg, die eure jugent ſchändten undſchlichthobel thu dein beſt! was ſich noch nicht laſt fügen, zum Bau der Erbarkeit, das hoble nach genügen. Daran ſchloß ſich das Bohren,bey dieſem bohren denckt, daß ihr, wann ihr nicht thoren wolt bleiben immerdar, müſt dicke brettlein bohren, denn dasBrett vor dem Kopfe mußte weg. Run wurde zur probe geſungen,lern jüngling dein gemüth nach dieſer harmoni zu richten, welche nicht geht aus auf ein la my. Die Reihe kam jetzt an die hörner(pgl. hornochſe, hörner abſtoßen),mit dem Bachantengeiſt ſolls jetzund ſeyn Shabab, drum euch die hörner man auch endlich ſchlaget ab. Eine ſymboliſche Prügelung des am Boden liegenden Bachanten ſchloß ſich an,wer ein Bachant noch iſt, der bleib nur immer liegen!, wer ein Student will ſein, der mag herfür ſich fügen. Dann holte der Depoſitor aus einem Schulterſack einen geſchnitzten Mannskopf mit hut heraus,wie hilffts doch mehr als wohl zu eines Manns geneſen, wan er im Schulterſack iſt eingeſteckt geweſen. Darauf berührte er den aber⸗ mals Liegenden mit dem Zirkel,ſo ihr was nehmet für, ſo möcht ihr vor wohl ſehen, daß ihrs recht Cirkelt aus, ſonſt iſts um euch geſchehen. Run zeigte er zwei Würfeldiß ſpielen ſolle nichts, des nutzens wirſt du innen, den du durch eygne müeh auß bü⸗ cheren wirſt gewinnen. Jetzt erhob ſich der Bachant und über⸗ reichte dem Depoſitor ein Geſchenk mit den Worten:Um daß ihr meiner möcht im beſten auch gedenckhen, will, hHerr Depoſi⸗ tor, ich Euch zur letz dis ſchenckhen. Endlich wurde der Depo⸗ nierte mit ſeinen Leidensgefährten zu dem anweſenden Dekan der philoſophiſchen Falkultät geführt. Vor ihm knieten ſie barhäuptig mit dem hut in der hand nieder, worauf er ihnen Salz und Wein reichte.Rehmt hin der weisheit ſaltz! nehmt hin den wein der freuden! Euch, Ihr Studenten Ihr, mehr Gott an allen benden.. Darauf folgte die feierliche Schlußrede, die in den Worten gipfelte:So creire ich euch hiemit auff Befehl und im Namen des herrn Rectoris Magnifici zu Studenten. Wie der hier nach demDeutſchem Sermon Dom Deponiren der Ba⸗ chanten in der Straßburger Schrift(mit deutſchem wie lateini⸗