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Gießen, der ſich gern dieſer akademiſchen Sitte unterworfen hat, durch ſie ſelbſt eingeweiht und nach herkömmlicher Weiſe in die Zahl der Studenten aufgenommen, was die mit dem Siegel des öffentlich beſtellten Depoſitors verſehene Urkunde beweiſt, die gegeben wurde zu Gießen in Heſſen am 9. Tage des September im Jahre 1773. E. S.(der philoſophiſchen Fakultät)
c) Die Depoſition
Die Depoſition, bei der es galt, den künftigen Studenten zu zeigen,„mit was für Sitten ihr ſolt geziehrt ſeyn, wann ihr mit Ruhm den Namen eines wahrhafften Studenten tragen wollet“, wird auf antike Vorbilder zurückgeführt. Bereits an der hochſchule zu Athen beſtanden in der römiſchen Kaiſerzeit bei der Aufnahme der„Füchſe“ in die einzelnen Brüderſchaften („phratriai“), die ſich landsmannſchaftlich ergänzten, beſondere Bräuche ſogl. die wertvolle Arbeit von Paul Sſymank,„Das hochſchulweſen im römiſchen Kaiſerreich bis zum Kusgang der Hntike“ S. 30 f.— programm der kgl. Berger⸗Oberrealſchule in Poſen 1912]. Auch andere Gewerbe und Gilden hatten ähnliche, z. CT. viel härtere Aufnahmeproben, woran z. B. unſer Wort „hänſeln“(= in die hanſe aufnehmen) noch erinnert. Beſonders ausgeprägt waren die einzelnen Vorgänge bei der Depoſition, dem hauptmerkmal des„Pennalismus“, ſeit dem Beginn des 16. Jahrhunderts. In vielen Schriften für wie wider ſie werden ihre Einzelheiten behandelt. Das wichtigſte Werk über ſie iſt der„Dryas Orationum de Ritu Depositionis“, der 1666 bei Peter Aubry in Straßburg(Elſaß) gedruckt und mit guten De⸗ poſitionsbildern aus dem Straßburger Studentenleben verſehen iſt. Dort hören wir auch S. 43 ff über die am Ende der Gießener Depoſitionsurkunde erwähnte Einſtellung des Gregor von Nazianz und des Baſilius. Der„Bachant“ mußte bei der Depoſition aller— allerlei über ſich ergehen laſſen, was durch öffentlich beſtellte Depoſitoren erfolgte. Allerhand ſeltſame Werkzeuge ſpielten dabei eine Rolle. Der Bachant erſchien in abſonderlichem Gewand und trug einen hut mit hörnern. Zuerſt kam die Kufforderung: „Mommt Bachanten! Trett herbey! Euch will ich auf euer feſt deponiren auf das beſt.“ Es wurden die haare geſchoren(vgl. den Ausdruck„Du ungeſchorener Kerl“),„weil du kanſt mancher haar, du Zottelbock, entpähren, drum muß vor Erbarkeit ich deinen kopff beſcheren“. Dann wurden ſymboliſch mit dem Ohr⸗ löffel die Ohren gereinigt,„vor Rarrenthädigung laß dein Ge⸗ hör geſchloſſen, ich ſaubre dir's zur lehr und nicht zu ſchlimmen poſſen“. Es folgte das Zahnziehen,„Laß den Bachanten Zahn
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