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Über den Werdegang der Physiologie und das neue Physiologische Institut an der Landesuniversität Gießen / von Karl Bürker, Gießen
Entstehung
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kommen noch im Erdgeſchoß Werkſtätten, ein erſchütterungsfreier Naum für feine Regiſtrierinſtrumente, tiefer in der Erde ein Naum für kon⸗ ſtante Temperatur, im Dachgeſchoß mit Oberlicht ein Raum für Photo⸗ graphie mit Dunkelkammern und auf dem Dach eine Plattform zum Studium der phyſiologiſchen Wirkungen des Sonnenlichts und anderer meteorologiſcher Faktoren. In dem Zugang zur phyſikaliſchen Abteilung iſt die Büſte von Helmholtz, in dem zum Phyſiologiſch⸗chemiſchen Inſtitut die von Liebig aufgeſtellt.

An der Anterrichtsabteilung fällt der Rundbau auf, der nötig war, um möglichſt viele nach Norden gelegene Fenſterplätze für Mikro⸗ kopie zu gewinnen und um den Hörſaal amphitheaterähnlich zu geſtalten. Die Abteilung enthält im Erdgeſchoß neben einem Aſſiſtentenzimmer und der Kleiderablage mit Schränkchen für Studierende einen Aus⸗ ſtellungsraum, der ſich als ſehr nützlich erwieſen hat, im 1. Obergeſchoß Praktikumsräume für Biophyſik und Biochemie und einen den Stu⸗ dierenden für ihre Studien zur Verfügung ſtehenden Naum, im 2. Ober⸗ geſchoß einen großen und kleinen Hörſaal und einen großen Demon⸗ ſtrationsraum. Im großen Hörſaal iſt ein Teil des Experimentier⸗ tiſches fahrbar geſtaltet, ſo daß die Objekte näher an die Zuhörer heran⸗ gebracht werden können. Anter den anſteigenden Bänken iſt Raum für faſt alle Anterrichtsgegenſtände gewonnen, die im Hörſaal gebraucht werden. In dieſem Saal kann auch für das Dämmerungsſehen jede be⸗ liebige Verdunkelung hergeſtellt werden. In dem Demonſtrationsraum ſind große Schränke für Wandtafeln eingebaut.

In der Verwaltungsabteilung iſt im 1. Obergeſchoß das Direk⸗ torzimmer mit anſchließendem Schreib⸗ und Zeichenzimmer ſamt Biblio⸗ thek und Separatenſammlung enthalten, im 2. Obergeſchoß gleichfalls das Direktorzimmer, ein Waagenzimmer, ein Zimmer für optiſche Meſ⸗ ſungen und ein Sammlungsraum für phyſiologiſch⸗chemiſche Präparate. Im Erdgeſchoß iſt die Wohnung des Werkmeiſters, zugleich Haus⸗ verwalters, untergebracht.

Sämtliche Geſchoſſe ſind durch Fahrſtuhl miteinander verbunden.

Das Gebäude wird dadurch im Sommer kühl und im Winter warm erhalten, daß ſich inmitten der abgeſchloſſenen Geſchoſſe auf breiten Gängen große Luftmaſſen befinden. In der kälteren Jahreszeit wird es durcheine Warmwaſſeranlage geheizt. Sämtliche Rohrleitungen für Waſſer, Gas und Elektrizität ſind grundſätzlich auf Putz, alſo leicht zugänglich, verlegt. Von einer im Erdgeſchoß gelegenen Haupt⸗ zentrale aus kann Gas, Waſſer und Elektrizität für das ganze Haus

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